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kampfsport,art of fight [entries|archive|friends|userinfo]
kampfsport,art of fight

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just me [Sep. 18th, 2010|09:43 pm]
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Wie wird man ein guter Kämpfer? [Dec. 8th, 2004|12:31 pm]
kampfsport,art of fight
santo_chico
Natürlich durch Training. Wie wir aber alle aus Erfahrung wissen, gibt es Training, welches schnell zum Ziel führt, und Training, welches weniger effizient scheint.

Aber was steckt hinter einem guten Training?
Welche Übungen bringen schnellen Fortschritt, welche kosten nur unnötig Zeit?
Welche Übungen sind wichtiger als andere?
Was bewirken die einzelnen Übungen, wo schaden sie?
Um diese Fragen zu lösen, gibt es nur den klassischen Weg:

Die Analyse des Trainings und des Kampfes durchführen, um diese in ihre kleinsten wirksamen Bausteine zu zerlegen.
Rationalisieren, d.h. verstehen wie diese einzelnen Bausteine funktionieren, was sie bewirken und welche Kausalitäten sie verbinden.
In Abhängigkeit vom Trainingsziel die Synthese der kleinen Bausteine zu einem neuen, möglichst wirksamen Trainingsprogramm, um dieses Trainingsziel in möglichst kürzester Zeit zu erreichen.
Wozu braucht man die Theorie?

Um die kleinsten Bausteine des Trainings zu verstehen, braucht man Theorien über deren Wirkungsmechanismen.

Dazu zunächst das Beispiel der Heilkunst:

Wie im Kampfsport hat auch die Heilkunst die –wie auch immer geartete– Behandlung des menschlichen Körpers zum Ziel. Seit dem Altertum hat sich die Heilkunst kontinuierlich entwickelt, auch wenn oft genug Fehlentwicklungen dabei waren.
Aber die Kampfkunst, die ebenso alt ist, hat sich kaum entwickelt – vielleicht liegt es daran, daß Zerstören immer leichter als die Wiederherstellung ist und in der Kampfkunst sehr oft das Ziel ohne großes Üben erreicht werden konnte.

Die Heilkunst heißt heute Medizin. Ein angehender Arzt lernt im Studium mehr als alle ‘Medizinmänner’ des Altertums zusammen: Die alten ‘Medizinmänner’ wußten vermutlich wenig von der Funktion des menschlichen Körpers. Sie haben sich Wissen und Erfahrung hart an ihren leidenden ‘Opfern’ erarbeitet.

Bevor der Mediziner heute einen Patienten behandeln darf, hat er also vieles von dem, was früher die ‘Erfahrung’ und das besondere Wissen einiger Heiler war, als Theorie erlernt – er braucht sich dieses Wissen nicht mehr am Patienten als Erfahrung zu erarbeiten. Wissen in der Kampfkunst


Und wie sieht es in der Kampfkunst aus?
Es wird viel geschrieben über asiatische Philosophien, über mystische Dinge. Aber leider gibt es heute kaum etwas über den Kampf an sich, was vom Niveau dem Standard einer (westlichen) Wissenschaft standhält.

Vieles von dem, was wir heute im Training sehen, ist von der Sportwissenschaft für ganz andere Sportarten, insbesondere den olympischen Sportarten, erarbeitet worden.

Wer ein kampfsportliches Training verfolgt, wird meist eines der beiden Szenarien erblicken:
Entweder werden ganze Trainingsteile aus anderen Sportarten übernommen (z.B. fast reinrassige ‘Gymnastik’ zum Aufwärmen) oder es werden auch einfachste trainingswissenschaftliche Grundsätze ignoriert, weil ein falsches Verständnis von Härte dominiert.

Um es nicht falsch zu verstehen: Härte gehört ins Training, nämlich dort, wo die Kampfsituation geübt wird. Aber der größte Unsinn wird als Tradition gepflegt, besteht aus Übungen, die schon als ‘Aufwärmübungen’ Gelenke, Bandscheiben und anderes schädigen – und das ohne die Einwirkung eines echten Gegeners.

Im Endeffekt verzögert falsch angewendete Härte die gewünschte Entwicklung eines Schülers im Kampfsport. Aber –und da schließt sich der Kreis– wie soll es ohne ein tieferes Verständnis von Training je besser werden! Die Rolle der Theorie


Theorie gehört natürlich ins Training. Sie ist nicht Selbstzweck, um sich den Schülern als großer Meister zu präsentieren, sondern sie liefert die Hilfsmittel, um das Trainingsziel schneller zu erreichen.
Sie soll auch nicht das praktische Üben durch Geschwätz über die ‘wahre Kampfkunst’ und die tausend Möglichkeiten, einen speziellen Angriff abzuwehren, ersetzen. Kampfsport ist kein Schach, wo ganze Bücher über Kombinationen existieren, mit denen man bestimmte Angriffe beantwortet.
Es nutzt auch nichts, im Ernstfall über Theorien nachzudenken. Wenn es wirklich ernst wird, muß das Verhalten des Kämpfers das Ergebnis richtig angewendeter bzw. vermittelter sein.

Andererseits muß man auch eine freie Diskussion über Dinge zulassen. Nur weil sich heute niemand vorstellen kann, daß es brauchbar ist, heißt das nicht, das neue Ideen immer unbrauchbar sein werden.

Auch hierzu ein Beispiel aus der Mathematik:

Primzahlen gehören ins Reich der Zahlentheorie, die man auch die ‘Königin der Mathematik’ nennt. Lange waren sie eine schöne Beschäftigung für lange Abende, bis sie von der Kryptologie entdeckt wurden.
Heute machen Geheimdienste und Militärs mit Supercomputren Jagd auf immer größere Primzahlen, um die eigenen Nachrichten sicher zu verschlüsseln und die geheimen Nachrichten des Gegners möglichst schnell zu entschlüsseln.
Vieles von dem, was früher Grundlagenforschung oder schöne Spielerei schien, ist heute anerkannte Theorie mit erheblichen wirtschaftlichem Potential. Also lassen wir der Tehorie in der Kampfkunst Zeit, sich zu entwickeln, auch wenn der Nutzen nicht sofort absehbar ist. Wozu dient eine Theorie?


In seinem Buch ‘Eine kurze Geschichte der Zeit’ beschreibt Stephen Hawking, was eine brauchbare Theorie erfüllen muß:

Sie muß bekannte Erscheinungen korrekt beschreiben
Sie muß zukünftige Ereignisse vorhersagen können
Alles andere ist egal. Wenn die Theorie gute Ergebnisse liefert und gleichzeitig davon ausgeht, daß die Erde eine Scheibe ist, macht das nichts.

Hierzu ein Beispiel aus der Astronomie:

In der Astronomie aus praktischen Gründen immer noch das geozentrische Modell verwendet, bei dem die Erde im Mittelpunkt steht. Unter dieser Annahme veröffentlichen Astronomische Jahrbücher die Ephemeriden von Sonne, Mond und Sternen, obwohl wir natürlich alle ‘Wissen’, daß sich die Erde um die Sonne dreht. Wohlgemerkt, es handelt sich hier um die Astronomie, nicht um die Astrologie (Wahrsagerei).
Wie entsteht eine Theorie?

Theorie oder theoretische Wissensvermittlung begegnet uns überall in unserem Leben: In Schule, Ausbildung und Beruf lernen wir viel und lange Theorie.

Ingenieure (und die Naturwissenschaftler) lernen im Studium, wie sie aus einem vorhandenen praktischem Problem eine Theorie machen. Damit soll dann nicht nur dieses eine Problem erklär- und lösbar gemacht werden, sondern eine ganze Klasse von ähnlichen Problemen.

So sollte es auch im Kampfsport sein: Wir trainieren praktisch und versuchen aus der Praxis heraus mit unter Anwendung unserer Erfahrung und unseres Wissens die Probleme grundsätzlich zu lösen. Damit kommt man auch schon zum Zusammenhang zwischen Wissen und Erfahrung


Erfahrungen existieren unabhängig von Theorie oder Wissen. Wir können Erfahrung in Wissen und Theorie umwandeln und so an eine nachfolgende Generation von Schülern weitergeben.

Wir können auch oft mit Theorie Erfahrungen vermeiden, weil Erfahrungen manchmal schmerzhaft, schädlich und immer sehr langsam entstehen.

Theorie und Erfahrung gehen oft ineinander über:

Ein Teil der Erfahrung eines erfahrenen Kämpfers kann zu einer Anweisung für einen Anfänger gemacht werden. Beispiele dafür sind Angriffsziele, Trainingsmethoden, Trainingsaufbau, Aufbau und Zusammenhang einzelner Übungen, Ziele dieser Übungen.
Ein anderer Teil der Erfahrung kann nicht übertragen werden. Wie man schlägt, die verschiedenen Reaktionen auf Angriffe und alles, was Körpererfahrung voraussetzt, muß durch eigene Erfahrung bei jedem Menschen neu gewonnen werden.
Wenn theoretisches Wissen verloren geht, weil z.B. der Trainer seinen Schülern nicht alle Geheimnisse verraten hat, dann baut sich wieder Erfahrung auf und setzt sich an die Stelle der Theorie.
Anders ausgedrückt: Man muß sich wieder die Mühe machen, vergessenes Wissen wieder mühevoll neu zu finden.
Kann man Theorien in starre Formen packen?

Kann durch das Festlegen von Trainingsformen auf eine theoretische Basis verzichtet werden! Nun, die Erfahrung zeigt, daß die meisten Trainer sich bemühen, ihren Unterricht zu verbessern. Wenn sie dabei auf alte, wohldurchdachte Trainingsformen stoßen, deren Sinn sie nicht verstehen, kommt es vor, daß diese Trainingsformen modifiziert werden.

Wir kennen das inflationäre Anwachsen der Verbände und Stile im Kampfsport und hinter jedem Verband steht ein ‘verbessertes’ Prüfungsprogramm.

Außerdem besteht bei festgelegten Trainingsformen das Risiko, daß Teile falsch überliefert werden und sich so Mutationen einschleichen.

Fazit: Nur wer versteht, was er tut, kann auch die bestmöglichen Formen bewahren und auf diesem hohen Niveau eine Verbesserung anstreben. Lernt man mit der richtigen Theorie schneller!


Das die Frage hat zwei Antworten:

Die Vermittlung der Theorie muß schneller und effektiver möglich sein, als das sammeln von Erfahrung möglich ist.
Man muß die ‘richtige’ Theorie haben. Richtig heißt hier, die Theorie, die auch zum Problem paßt und es möglichst gut+einfach erklärt.
Punkt (1) ist halte ich in den meisten Fällen für gegeben, zumal die Theorie der Kampfkünste nicht so umfangreich ist. Im Training steigt der Lernerfolg, wenn der Lehrer alle ‘Kanäle’ benutzt, auf denen der Schüler ‘empfangsbereit’ ist. Bei einer körperlichen Betätigung bleibt naturgemäß einige Zeit.

Punkt (2) ist dagegen viel schwieriger. Was ist eine gute Theorie?

In den Naturwissenschaften haben sich Theorien und Modelle über lange Zeit entwickelt. Früher glaubte man, daß z.B. Wärme ein Stoff sei, und die Verbrennung wäre nichts anderes als das Entweichen dieses Stoffes aus dem brennenden Körper. So konnte man auch erklären, daß Dinge durch die Verbrennung oft leichter wurden. Die Entwicklung der Thermodynamik und der Chemie hat solche Vorstellung zu Gunsten besserer Modelle über Bord geworfen.

Und im Kampfsport? Da müssen wir wohl noch ein bißchen warten und entwickeln..
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russisches ringen sambo [Dec. 8th, 2004|12:12 pm]
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Sambo oder russisches Ringen (schlagen, werfen und Bodenkampf) stammte aus der ehemaligen U. d. S. S. R. und war nur dem KGB und der Armee vorbehalten.

Erst als 1947 die ersten Meisterschaften stattfanden, wanderte dieser Kampfsport über die Grenzen.

Sambo wurde in zwei Teile geteilt:

Der Eine in Selbstverteidigung und der Andere in einen Sport mit Wurf-, Festhalte- und Hebeltechniken.

Diese Kampfkunst besteht aus fast 5000 Techniken die unendlich kombinierbar sind. Sie stammen aus den verschiedensten Kampfsportarten wie: Ringen, Kickboxen, Judo, Aikido, Boxen, Jiu Jitsu, etc..

Im Gegensatz zu den anderen Kampfsportarten, die seit ihrem Ursprung die gleichen Formen behalten haben, akzeptiert Sambo alles was sich positiv auf seine Entwicklung auswirkt. Deshalb ist es für die Samboausbilder Voraussetzung, verschiedene Kampfsportstile gelernt zu haben.
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aikido [Dec. 8th, 2004|12:04 pm]
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Aikido

Aikido ist eine recht junge Budokunst, die erst in im 20. Jahrhundert entwickelt wurde. Morihei Ueshiba (1883-1969), der Begründer sagt dazu: «Da das japanische Wort Ai sowohl für Harmonie als auch für Liebe steht, beschloss ich meine unvergleichliche Budokunst Aikido zu nennen, obwohl das Wort Aiki ein sehr altes ist. Dieses Wort wurde von den Kriegern in der Vergangenheit benutzt, jedoch in einer Bedeutung, die sich grundlegend vonder Bedeutung unterscheidet, die ich dem Wort gebe. Aiki ist keine Technik, um den Feind zu bekämpfen oder zu besiegen, es ist der Weg, die Welt zu versöhnen und aus den Menschen eine Familie zu machen. Das Geheimnis des Aikido ist es, sich mit den Bewegungen des Universums in Einklang zu bringen und mit ihm zu harmonisieren. Derjenige, der das Geheimnis des Aikido erfasst hat, trägt das Universum in sich und muss sagen: Ich bin das Universum.»


Wie wird Aikido geübt ?

Aikido ist anders als andere Budo-Sportarten kein Wettkampfsport mit Gewinnern und Verlierern. Das Grundkonzept von Aikido basiert auf einem Schema von Angreifer und Verteidiger, die ihre Rollen ständig abwechseln. Die Übungen wirken rund, harmonisch, nahezu tänzerisch. Ein Grundprinzip des Aikidos ist das Ausweichen vor dem Angriff und das Überleiten der Angriffsenergie ins Leere um den Angreifer damit aus dem Gleichgewicht zu bringen. Der Angreifer wird in eine Spiralbewegung geleitet, bis er die Kontrolle über seine Angriffsbewegung verliert. Die Abwehr erfolgt dergestalt, dass der Angreifer bei richtiger Falltechnik unverletzt bleibt. Zum Einüben der Abwehrtechniken werden stilisierte Angriffsformen verwendet. Der Zweck ist dabei nicht, eine spezielle Abwehr auf einen bestimmten Angriff anzuwenden, sondern die Angriffsenergie anzunehmen und geschmeidig den Energiefluss aufzunehmen. Jeder Angriff unterscheidet sich vom anderen. Der Aikidoka soll eine mentale Einstellung entwickeln, an jedem Ort, in jeder Situation und zum richtigen Zeitpunkt angemessen zu reagieren, um einen Angriff ins Leere umzuleiten. Die Aikidotechniken entfalten ihre volle Wirkung jedoch erst nach mehrjährigem ernsthaftem Training.


Wie wird Aikido unterrichtet ?

Am Trainingsbeginn stehen wie bei anderen Budo-Sportarten auch Gymnastik und Dehnungsübungen um Muskeln, Sehnen und Bänder vor Verletzungen zu schützen. Alsdann werden spezielle Schrittfolgen, die allen Aikidotechniken zueigen sind, eingeübt

Meditative Atemübungen zu Beginn und Ende eines jeden Trainings dienen dem Sammeln der physischen und psychischen Kräfte. Atemkraft (Kokyu) und geistige Kraft (Ki) gehören ebenso zu den Techniken wie ihr rein physisches Einüben. Das Ki fließt bei jeder Aikidotechnik und wird von Verteidiger zu Angreifer oder umgekehrt geleitet und verleiht jeder Handlung eine verstärkende Kraft.

Bei den Falltechniken nehmen die Angreifer die Abwehrtechniken auf. Das richtige Fallen lässt den Angreifer unversehrt und wird somit für den übenden Aikidoka zur Sicherheitstechnik.
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ju jutso [Dec. 8th, 2004|12:02 pm]
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Ju Jutsu

Jiu-Jitsu wurde um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert durch Matrosen in Europa eingeführt. Die Haltegriffe und die Stoß- und Schlagtechniken wurden in damaliger Zeit durch Ringergriffe und Boxtechniken angereichert und von nun an als Selbstverteidigung bekannt gemacht. Auf diese Weise entstand eine Art europäisches Jiu-Jitsu, bei der noch ein wenig des ursprünglichen Prinzips des Nachgebens und Ausweichens erkennbar war.
Zeitweilig wird behauptet, Jiu-Jitsu werde seit mehr als 2.500 Jahren in Japan praktiziert. Tatsächlich aber wurden die Ursprünge dieser Kunst aus China eingeführt. Wahr bleibt allerdings, daß Jiu-Jitsu der Vorläufer des modernen Judo war.


Ju (Jiu) bedeutet nachgeben oder ausweichen, Jutsu (Jitsu) bedeutet Kunst oder Kunstgriff. Ju Jutsu ist demnach die Kunst der Kraft des Gegners nachzugeben und sie somit ins Leere zu leiten.

Das moderne Sportart Ju Jutsu lehrt nicht Angriffs- sondern Verteidigungstechniken. Sie wurde im Jahre 1968 von Dan-Trägern verschiedener Budosportarten entwickelt. Ju Jutsu wurde zu einem effektiven Verteidigungssystem ausgebaut, das Elemente des Aikido, Karate Judo und des alten Jiu-Jitsu in sich vereint. Jede Verteidigungstechnik ist gegen verschiedene Angriffsformen einsetzbar. Bereits im Anfängerstadium wird versucht, bestimmte Abwehrtechniken durch dauerhaftes Einüben zu Automatismen bei den Schülern werden zu lassen.

Ju Jutsu besteht aus harten und weichen Elementen. Harte Elemente sind in erster Linie Techniken aus dem Karate wie Schläge, Stöße oder Tritte. Wurftechniken wurden dem Judo und dem Aikido entnommen. Zu den weichen Elementen zählen Hebel-, Würge- und Blocktechniken, die den Angreifer neutralisieren aber nicht verletzen sollen. Größtmögliche Effektivität der Techniken wird dann erreicht, wenn sie richtig und präzise nach den Prinzipien derjenigen Budo-Sportarten eingesetzt werden, aus denen sie entnommen wurden.

Das Prinzip des Karate:
Schläge, Stöße und Tritte sind zugleich mit Kraft und Dynamik einzusetzen. Arme und Beine als Angriffswaffen erfahren größtmögliche Beschleunigung und und zielen auf einen möglichst kleinen Angriffspunkt um die Kraft zu konzentrieren. Vor einem Gegenangriff ist auch hier das Prinzip des Nachgebens anzuwenden, dem Angriff des Gegners geschmeidig ausweichen um seine Kraft ins Leere zu leiten.

Das Prinzip des Aikido:
Der Angreifer wird in eine Dreh- und Kreisbewegung des Verteidigers geleitet um so sein Gleichgewicht zu brechen und die Angriffsenergie gegen ihn selbst zu lenken. Es fügen sich Wurf- und Hebeltechniken an, mit denen der Angreifer erst zu Fall gebracht und anschließend unter Kontrolle gehalten wird.

Das Prinzip des Judo:
Im Judosport, bei dem sich die Kontrahenten an den Jacken greifen, wird versucht, den Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen, damit er seine "Mitte" verliert und anschließend mit einer Wurftechnik zu Fall gebracht werden kann. Es wird gezogen, wenn gestoßen wird und gestoßen, wenn gezogen wird.
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kendo [Dec. 8th, 2004|12:02 pm]
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Kendo


Geschichte des Kendo

Ursprünge

Kendo ist eine traditionelle japanische Fechtkunst, deren Ursprünge bis weit vor das 9. nachchristliche Jahrhundert zurückreichen. Alte Mythen und Kriegsromane überliefern uns von dieser frühen Form des heutigen Kendo ein Bild, das sie nur als Selbstverteidigungs- und Angriffsart darstellt. In diesem Sinne war sie weder "Kendo" noch "Ken-Jutsu", sondern lediglich eine reine Schwerttechnik. Gekämpft wurde mit einer Vorform des Katanas, dessen Klinge gerade verlief. Im Kampf wurde mit dieser Waffe, ähnlich dem europäischen Schwertkampfstil, vor allem gestoßen, gestochen und geschlagen. Erst viel später sollte sich die Kunst des Schneidens herausbilden, wofür die Entwicklung des geschweiften, d.h. leicht gebogenen Katanas Voraussetzung und von besonderer Bedeutung war. Dies geschah im 9. Jahrhundert. Erst jetzt nahm Kendo, damals auch "Heihô", "Ken-Jutsu" oder "Geki-Ken" genannt, seinen eigentlichen Anfang.







Kendo wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts (Muromachi-Zeit) nach einheitlichen Gesichtspunkten systematisiert, da es bis dahin einer Vielfalt individueller Ausführungsmöglichkeiten unterlegen hatte. Mit
dieser Vereinheitlichung wurden zu dieser Zeit auch die ersten Schulen gegründet, z.B. die Shinto-Ryu, Nen-Ryu, Chujo-Ryo und Kage-Ryu. Die alten Kata-Formen bildeten damals die grundlegenden Übungen, die mit dem Katana oder Bokuto (Holzschwert) ausgeführt wurden. Das Dojo wurde zum Ausbildungsort dieser Übungen.
Im 17. Jahrhundert (Tokugawa-Zeit) diente Kendo hauptsächlich der Ausbildung der Samurai (japanische Ritter). Zu jener Zeit verschmolz Kendo erstmals mit dem Begriff des "Bushido" (Weg des Kriegers/ Gefolgsmannes), einem wichtigen Bestandteil der japanischen Geistesgeschichte, und beanspruchte somit neben der reinen Technik auch die Ausformung einer geistigen Kraft. Das bedeutete für die Erziehung des Samurai, moralische Ziele wie Menschenliebe (Zin), Gerechtigkeit (Gi), Höflichkeit (Rei), Klugheit (Chi) und Glaube (Chin) anzustreben. Die Verschmelzung des Kendo mit der Lehre des Buddhismus, aber auch mit der des Konfuzianismus fand darin seinen Höhepunkt.

Das heutige Kendo wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelt. Chuzo Nakanishi von der Itto-Ryu-Schule und Shirozaemon Naganuma von der Zikishinkage-Ryu-Schule entwickelten die Kendo-Rüstung, bestehend aus Men (Helm), Kote (Handschuhe), Do (Brustpanzer) und Tare (Hüftschutz), sowie das Fechtschwert aus Bambus, das "Shinai". Das praktische Training sowie das Wettkampf-Training bestand nun nicht mehr im alleinigen Erlernen der Kata-Formen, sondern wurde zusätzlich sportlichen Regeln unterstellt.

In der Meiji-Zeit (1868-1912) unterlag Kendo vielen Prüfungen. Die Meiji-Restauration veränderte die politische Struktur in großem Maße, die Modernisierung und Öffnung nach außen hin erfolgte in schnellen Schritten. Als eine Folge davon verlor die Klasse der Bushi (Samurai), deren Privileg es war, Kendo auszuüben, an Ansehen und Rang. Damit einhergehend galt Kendo am Anfang dieser Epoche als überholt und in den Traditionen veraltet, teilweise wurden sogar Kendo-Lehrer, die beim Unterrichten des
Kendo gefaßt wurden, inhaftiert. Die neuen Machthaber und die beginnende Industrialisierung forderten modernere Ziele und Denkweisen als die der Samurai. Das alte Klassensystem wurde abgeschafft, die Samurai ihres gesellschaftlichen Ranges und ihrer Vormachtstellung beraubt. Schließlich nahm man ihnen im Jahre 1876 mit dem "Haitou-Rei", einer Gesetzesverordnung, auch noch ihr letztes und wichtigstes Symbol: das Tragen der Schwerter wurde verboten. Das führte zu Aufständen der Samurai, die aber blutig niedergeschlagen wurden.

Während der Meiji-Zeit kam es in Japan jedoch zu zwei großen Kriegen gegen China (1894) und Rußland (1904). Zu dieser Zeit erfuhr Kendo durch die Wiederbesinnung auf nationales Gedankengut eine ungeahnte Renaissance: 1896 wurde der erste japanische Budo-Bund, "Dai Nihon Butoku Kai", gegründet. 1911 führte man Kendo erstmals als offiziellen Schulsport für alle Gymnasien ein und legte damit den Grundstein für das moderne Kendo.

1912 erarbeitete der Budo-Bund eine Vereinheitlichung der bis dahin gültigen Kata-Formen und reduzierte deren Vielzahl auf die noch heute zu erlernenden 10 Grundformen, die Nihon-Kendo-Kata. Nach und nach wurde Kendo so modernisiert, daß es als Nationalsport allgemeine Verbreitung finden konnte.

Während des 2. Weltkrieges wurde Kendo mißbräuchlich in den Dienst des Militarismus gestellt. Der Geist des Kendo sollte für die kriegerischen Aktivitäten genutzt werden und die Staatstreue fördern. Zu diesem Zweck wurde es 1941 zum Hauptpflichtfach für alle männlichen Schüler ab der 5. Klasse. Aber auch alle wehrfähigen Männer wurden verstärkt im Kendo ausgebildet, damit sich ihre Kampfeslust steigere. Die militärischen Ausrichtung hatte zur Folge, daß die eigentlichen Ideen des Kendo in den Hintergrund traten.

Das änderte sich jedoch nach dem 2. Weltkrieg. Als Verlierer mußte Japan 1945 ein Besatzungsstatut der Amerikaner hinnehmen, welche die Ausübung des Kendo als "Wurzel des Militarismus" verbaten. Auch der japanische Budo-Bund "Dai Nihon Butoku Kai" wurde wegen der Gefahr, daß durch ihn das Nationalbewußtsein wieder gestärkt werden könnte, verboten. Insgeheim ist Kendo jedoch weiter praktiziert worden.

Mit dem Friedensvertrag im Jahre 1951 und der damit verbundenen Wiedergewinnung der Unabhängigkeit fiel dieses Verbot weg. Im Oktober 1952 rief man den neuen japanischen Kendo-Bund "Zen Nihon Kendo Renmei" als Sektion des japanischen Sportbundes "Nihon Taiiku Kyokai" ins Leben. Vom Staat wurde Kendo zunächst jedoch sehr zurückhaltent gefördert. Als Schulsport wurde es erst 1953 wieder eingeführt und an der Gymnasialstufe als Wahlfach angeboten. Allerdings verfügte das japanische
Kultusministerium die Umbenennung von Kendo als Schulsport in "Shinai-Kyogi" (Shinai-Sport). Erst 1957 durfte Kendo wieder mit Kendo betitelt werden, einige Jahre später wurde es dann wieder zum Budo- Pflichtfach: 1962 an der Mittelstufe, 1963 an der Gymnasialstufe. Erstmals konnte man nun Kendo auch an der Universität in Theorie und Praxis lernen.

Nachdem Kendo seit der Meiji-Zeit diese wechselvolle Geschichte durchlaufen hatte, war es im eigenen Land nun so rehabilitiert und gefestigt, daß man damit begann, Kendo über den Schulsport hinaus auch als Vereinssport zu fördern. Auch Kinder und Frauen begannen nun, Kendo zu erlernen. Darüber hinaus wurde Kendo auch außerhalb Japans immer populärer und von hunderttausenden Aktiven in zahlreichen Ländern praktiziert. Diese Internationalisierung fand u.a. ihren Ausdruck in den Weltmeisterschaften, die alle drei Jahre von der IKF (International Kendo Federation) organisiert werden. Inzwischen gehen Millionen Menschen auf der ganzen Welt den Weg des Kendo.
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sumo [Dec. 8th, 2004|12:00 pm]
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Ursprünge des Sumo


Um die Ursprünge des Sumo ranken sich verschiedene Legenden. Die wohl am meisten zitierte ist die, dass das japanische Volk infolge eines Sumo-Kampfes entstanden ist. Der Legende nach trug der Gott Nehm-mikazuchi einen Sumo-Kampf mit dem Führer eines der rivalisierenden ebenfalls auf den japanischen Inseln lebenden Völkern aus, den er schließlich gewann, womit auch die Vormachtstellung der Japaner auf den Inseln begründet wurde. Vertrauenswürdigere Quellen sprechen jedoch bei den Anfängen des Sumo von einem Zeitraum von vor ca. 1.500 Jahren.

Die ersten Sumo-Aufführungen stellten keine Kämpfe dar, sondern waren religiöse Rituale mit Gebeten, mit denen die Götter gnädigt gestimmt werden sollten, um reiche Ernten zu garantieren. Neben Gebeten wurden Tänze und Dramen in einigen Schreinbezirken aufgeführt. Während der Nara-Periode um das 8. Jahrhundert n.Chr. fanden diese Rituale zusammen mit Ringkämpfen, Musik und Tanz auch Eingang in den japanischen Kaiserhof. Das ursprüngliche Sumo hatte allerdings wenig mit der heutigen Ausübung gemein, die Kontrahenten schoben und schubsten sich weitestgehend über die Kampffläche. Erst der Kaiserhof entwickelte allmählich ein Regelwerk, das das damalige Sumo dem heutigen sehr ähnlich machte.

Im Jahre 1192 etablierte sich in Kamakura eine Militärdiktatur, was sich positiv auf die Entwicklung des Sumo auswirkte, da man erkannt hat, dass sich Sumo vorteilhaft auf die Kampfkraft der Krieger auswirkte. Als Abart des Sumo entwickelten die Samurai-Krieger das Ju Jitsu. Im Jahre 1603 wurde schließlich der Frieden im Lande wiederhergestellt und die verschiedenen rivalisierenden Gruppen vereinigten sich unter dem Tokugawa-Shogunat. Der neue Frieden unter der Edo-Periode führte zu einer blühenden Entwicklung des Handels; Wohlstand stellte sich ein, die Bevölkerung wollte unterhalten werden. In dieser Zeit fand Sumo eine rasche Verbreitung und wurde zum Nationalsport Japans.




Die Regeln



Der Sumo-Ring wird nach den Reisstrohsäcken, die die unterschiedlichen Bereiche des Rings markieren, Dohyo benannt. Die Säcke sind zu ihrem größten Teil eingegraben. Das Dohyo misst 18 Quadrat-Fuß und ist 2 Fuß hoch. Es ist aus einer speziellen Art von Ton gemacht. Die Oberfläche wird mit einer dünnen Sandschicht bedeckt. Der Kampf findet im inneren Kreis, der einen Durchmesser von 15 Fuß (4,55m) hat, statt.

Über der Kampffläche schwebt ein an Sailen aufgehängter stilisierter Shinto-Schrein, an dessen 4 Kanten riesige Quasten, die vier Jahreszeiten darstellend, herunterhängen.






Um einen Sumo-Kampf zu gewinnen, muss der Gegner

aus dem inneren Kreis gedrängt
oder
im dohyo geworfen werden.

Hierbei ist es nicht erforderlich, dass der Gegner für eine Niederlage vollständig fällt, es genügt, wenn der rikishi den Boden mit irgendeinem Körperteil, mit Ausnahme der Füße, und sei es nur mit den Haaren, dem Knie oder einer Fingerspitze.

Gleichfalls ist es für eine Niederlage nicht zwingend, dass der Gegner vollständig den inneren Kreis verlässt, es ist bereits ausreichend, wenn er nur mit Fußspitze oder Ferse die Markierung überschreitet.

Im Kampf ist es verboten,

mit den Fäusten zu schlagen
mit den Füßen zu treten
an den Haaren zu ziehen
in Magen oder Brustkorb zu schlagen oder zu treten
am mawashi, der lebenswichtige Organe schützt, zu ziehen.

Sumo kennt im Gegensatz zu anderen Kampfsportarten keine Einteilung in Gewichtsklassen, so dass durchaus zwei sehr unterschiedlich schwere Kontrahenten sich im Ring gegenüber stehen können.

In Japan werden traditionell jährlich 6 große Turniere ausgetragen. Drei Wettbewerbe finden in Tokio sowie je einer in Kyushu, Nagoya und Osaka statt. Die Wettbewerbe dauern jeweils fünfzehn Tage. Jeder Kämpfer tritt einmal am Tag mit jedem Gegner zum Kampf an. Ausschlaggebend für den Ausgang eines jeden Turnieres und somit dem Gewinn des Kaiser-Pokals ist das Verhältnis zwischen Anzahl der Siege gegenüber der Anzahl der Niederlagen. Neben dem großen Pokal werden drei weitere Prise vergeben:

der shukunsho für den Kämpfer, der die meisten Großmeister (yokozuna) und Meister (ozeki) besiegt hat
der kantosho für bewiesenen Kampfgeist
der ginosho für die beste Technik

Voraussetzung für den Erhalt eines dieser Preise ist, dass der rikishi mindestens acht der fünfzehn Kämpfe gewonnen haben muss.



Die Ringrichter

Die gyoji genannten Ringrichter sind zweifellos die am farbenprächtigsten gekleideten Teilnehmer eines Sumo-Wettbewerbes. Sie tragen Kimonos im Stile der Samurai aus der Kamakura-Periode ca. 1.400 n.Chr. Die von ihnen getragenen schwarzen Hüte aus Gaze sind denen der Shinto-Priester nachempfunden. Ebenso wie die Kämpfer gehören auch die Ringrichter verschiedenen Klassen an, die man äußerlich an der Farbe der Quaste ihrer Fächer erkennen kann:
purpur bzw. purpur/weiß für einen tate-gyoji, den höchsten Rang. Nur ein tate-gyoji darf einen Kampf eines yokozunas entscheiden.
rot für einen san-yaku
rot-weiß für einen maku-uchi
blau-weiß für einen juryo
blau-schwarz für den untersten Rang.

Den höheren Ringrichtern ist das Privileg eingeräumt, japanische Socken mit einzelnen Zehen -tabi-, ähnlich den Fingerhandschuhen zu tragen. Zugleich tragen sie zur Unterscheidung von den niederen barfuß laufenden Rängen Strohsandalen -zori-. Zu Beginn eines Kampfes betritt der Kampfrichter den Ring und nennt mit seiner besonders geschulten hohen Stimme die Namen der Kontrahenten. Bei Sumo-Kämpfern ist es üblich, sich für ihre öffentlichen Auftritte besonders klangvolle poetische Namen auszuwählen. Diese können hergeleitet sein von den Namen von Sumo-Meistern, ihrer Geburtsorte oder enthalten den Bestandteil -umi (Meer), -gawa (Fuss) oder -yama (Berg). Der Kampf beginnt, wenn der Schiedsrichter seinen Fächer hebt; während des Kampfes ruft er den Kämpfern ermunternd zu.

Für alle Sumo-Kämpfe, unabhängig davon, ob Meister im dohyo stehen oder nicht, sind 5 Schiedsrichter erforderlich. Der goyji wird unterstützt durch vier in traditionelle schwarze Kimonos gekleidete Richtr, die an den 4 Seiten des dohyos sitzen. Ernannt werden sie durch den toshiyori. Im Flle von Zweifeln an Entscheidungen des goyji treten sie in den Ring und beraten sich. Ihnen steht es sogar zu, essen Entscheidung zu ändern oder eine Wiederholung des Kampfes anzuordnen.

Während des Kampfes sind die Kontrahenten nur mit dem sog. mawashi bekleidet. Dieser Schurz besteht aus zwei Fuß breiter und ca. 10 yard langer Seite. der mawashi wird angelegt, indem er in der Breite sechsmal gefaltet und je nac Statur des rikishi 4 bis 8 mal um die Hüfte geschlungen wird. Das Repertoire an Sumo-Techniken kennt ungefähr siebzig Griffe, die ein Griff an den mawashi umfassen. Die vorn am mawashi herabhängenden Schnüre aus Seide dienen lediglich dekorativen Zwecken und werden nur mit Leim befestigt. Sie werden daher häufig vor dem Kampf abgenommen.

Der Beginn eines Kampfes wird von einer Reihe von traditionellen Zeremonie begleitet. Zuerst spült der rikishi seinen Mund mit Wasser, symbolisch für die Quelle der Reinheit, zur Läuterung von Geist und Körper aus. Anschließend reibt er seinen Körper mit einem Papiertuch ab. Das Anheben der Arme und das feste Stampfen mit den Füßen ist eine Ableitung vom dohyo-iri der yokozuna. Ein Privileg der maku-uchi-rikishi, der juryo-rikishi und der maku-shita-rikishi ist das Werfen des Salzes in das dohyo. Der eigentliche Kampf wird eingeleitet, wenn sich die rikishi mit den Fäusten auf den Boden gestützt im Ring gegenüber hocken und sich scharf beobachten; diese Einleitung wird shikiri genannt. Das shikiri, das der Beobachtung, der Einschätzung oder gar der Einschüchterung des Gegners dient, darf bei den yokozuna bis zu 4 Minuten dauern, den yuryo-rikishi sind nur 3 Minuten erlaubt und die niedrigsten rikishi-Ränge müssen unmittelbar mit dem Kampf beginnen. In den Anfangszeiten des Sumo konnte das shikiri unendlich lange dauern, eine zeitliche Begrenzung wurde erst 1928 mi einem Höchstlimit von zehn Minuten eingeführt.



Die Rangliste der rikishi

In Japan gibt es nach der offiziellen Rangliste -banzuke- ca. 800 Sumo-Kämpfer. Hierbei werden alle Kämpfer vom Großmeister (yokozuna) bis zum Anfänger erfast. Der jeweilige Rang des einzelnen wird bei den 17-tägigen Kämpfen, den basho, stets aufs neue geprüft und durch den Verband, dem Nihon-Sumo-Kyokai, in einer Rangliste veröffentlicht, die in einer alten kalligrahischen Variante der japanischen Schrift gedruckt ist. Hierbei gibt es eine Einteilung in zwei Mannschaften, Ost und West. Die Einteilung ist jedoch vollkommen willkürlich und besagt keinesfalls, dass es sich um rivalisierende Mannschaften handelt oder dass ein rikishi gegen einen anderen der anderen Mannschaft kämpfen muss.

Auf der Rangliste -banzuke- ganz oben befinden sich die Gruppe maku-uchi, die fünf Ränge umfasst: yokozuna (Großmeister), ozeki (Meister), sekiwake, komusbi und maegashira. Die maku-uchi-Gruppe umfasst weniger als 40 Sumo-Kämpfer und stellt die Elite der japanischen Ringer dar. Die nächstfolgenden Gruppen sid in absteigender Rangfolge sandanme, jonidan und als untersten Rang jonokuchi. Diese Ränge nehmen allerdings nicht an jedem Turnier teil. Das 15 Tage dauernde Turnier beginnt am Morgen immer mit den Kämpfern der niedrigsten Ränge, der makushita. Den Höhepunkt eines jeden Tages bilden die Kämpfe der yokozuna.

Die Bezeichnung yokozuna tragen zu dürfen, gilt als besondere Ehre und höchste Auszeichnung. Der Titel eines Großmeisters wurde vor ca. 300 Jahren eingeführt, seitdem waren bisher nur 62 Sumo-Ringer berechtigt, diesen zu tragen. In der banzuke ist es nach den jährlichen Wettbewerben je nach Ausgang der Einzelergebnisse möglich, in einen niedrigeren Rang abzusteigen. Eine Ausnahme hiervon bilden die yokozuna, die, unabhängig vom Ausgang ihrer Kämpfe in einem basho, nicht mehr in der Rangliste absteigen können. Erzielt ein yokozuna jedoch zum wiederholten Male schlechte Ergebnisse, erwartet man von ihm zur Ehrenrettung, dass er zurücktritt. Damit einem Sumo-Ringer die Ehre eines yokozuna zuteil wird, muss er als Meister -ozeki- zwei basho nacheinander gewonnen haben. Aus subjektiver Sicht des Nihon-Sumo-Kyokai wird von ihm weiterhin erwartet, dass er kontinuierlich gute Resultate erzielt und der Stellung eines yokozunas würdig ist. Die Angehörigkeit eines rikishi zu einem bestimmten Rang bedingt auch den Stil, sein Haar zu tragen. Juryo und maku-uchi tragen einen Dutt, der nach dem Gingko-Blatt -o-icho-mage- benannt ist. Die niedrigeren Ränge tragen chon-mage, eine einfachere Methode das Haar mittels Papierstreifen zu binden. Das Tragen eines solchen Dutts leitet sich von der in der Edo-Periode üblichen Form ab und dient neben der Erkennbarmachung des Rangs auch dem Schutz des Kopfes im Falle eines Sturzes.



Sumo-Rituale

Wie andere japanische Kampfsportarten auch, ist Sumo durch bestimmte Rituale mit symbolhaften Handlungen geprägt. Es ist jedoch einzigartig unter den Kampfsportarten, dass es durch seine traditionelle Etikette über sehr lange Zeit unverändert geblieben ist. An jedem einzelnen Tag der 15-tägigen Wettbewerbe, vor Beginn der Kämpfe der maku-uchi, findet eine Ringeintrittszeremonie, die sog. dohyo-iri, statt. Die Sumo-Ringer der maku-uchi betreten von den niedrigeren Rängen angefangen den dohyo, wobei sie Schürzen -kesho-mawashi- tragen. Diese Schürzen werden aus Seide gewebt, mit verschiedenen Mustern bestickt und mit Goldfransen gesäumt; ihr Wert kann durchaus bis u 3.000 US $ betragen. Die zuerst in den Ring getretene Mannschaft vollzieht ein kurzes Ritual und macht der gegnerischen Mannschaft Platz, um ihr ebenfalls Gelegenheit zu geben, diese Zeremonie zu vollführen. Auch die juryo kommen diesem Ritual vor ihren Kämpfen nach. Als letzte betreten die yokozuna das dohyo. Sie werden von einem ihren Rang würdigen goyji und zwei Ringern des maku-uchi, darunter einem Schwerträger, begleitet. Der yokozuna trägt über seinem Schurz ein geflochtenes 20 bis 35 Pfund schweres Hanftau, das am Rücken des rikishi in einem Bogen gebunden wird und auf der Vorderseite mit Papierstreifen, die in Zickzackmustern hängen, bestickt ist. Diese Papierstreifen stellen traditionelle religiöse Symbole dar, die man sowohl auf Shinto-Schreinen als auch in traditionellen japanischen Häusern finden kann. Zu Beginn eines jeden Kampfes befinden sich der Ringrichter mit zwei weiteren Kampfrichtern hockend im Ring, die yokozuna betreten nacheinander das dohyo und klatschen lautstark in die Hände, um die Aufmerksamkeit der Götter auf sich zu ziehen und heben beide Arme um allen Anwesendenzu zeigen, dass sie waffenlos sind. Anschließend stampfen sie mit beiden Beinen auf, um das Böse aus dem Ring zu vertreben.







Den Abschluss eines Wettbewerbstages bildet die Zeremonie des Bogentanzes, der nach dem letzten Kampf von einem makushita -Ringer aufgeführt wird. Der rikishi bekommt durch den gyoji einen Bogen übergeben, den er in der Luft wirbelt. Dieses Ritual geht auf die Edo-Periode zurück. Der Gewinner eines Kampfes soll einmal als Preis einen Bogen erhalten haben, über den er sich so freute, dass er einen Tanz aufführte.




Beleitende Ereignisse eines basho

Zur Ankündigung eines basho wird ein 16 m hoher Turm aus Baumstämmen, der yagura, errichtet, auf dem eine Trommel zum yagura-daiko geschlagen wird. Die Höhe des Turmes wurde dadurch bestimmt, dass das Schlagen der Trommeln an der Oberfläche des Sumida-Flusses einen Widerhall erzeugen sollte, um den Beginn des Ereignisses weithin zu verkünden. Die Trommel wird zweimal geschlagen, als yose-daiko am Morgen um die Leute zusammenzurufen, und am Abend als hane-daiko um die Zuschauer für den kommenden Tag zu bitten.





Im Text verwendete japanische Begriffe

banzuke
-yokozuna
-ozeki
-sekiwake
-komusubi
-jonidan
-jonokuchi

Ranggruppen des banzuke
-makushita
-juryo
-sandanme
-makuno-uchi Rangliste
-Großmeister
-Meister
-dritthöchster Rang
-vierthöchster Rang
-zweitniedrigster Rang
-niedrigster Rang

dohyo
dohyo-iri
mage
-chon-mage
-o-ichi
rikishi
shikiri
mawashi
kesho-mawashi
gyoji (shikimori.gyoji oder kimura-gyoyi)

tate-gyoji
yumitori-shiki
der Sumo-Ring
Ringeintrittszeremonie
traditioneller Haarknoten
-Haarknoten aller Sumo-Ringer
-Haarknoten der beiden höchsten Gruppen
Sumo-Ringer
Startritual zu Anfang eines Kampfes
Seidenschurz der Sumo-Ringer
Zeremonieschürzen der beiden obersten RängeSchiedsrichter (der shikimori oder kimura-Gruppe)
oberster Schiedsrichter
Bogenzeremonie
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karate [Dec. 8th, 2004|12:00 pm]
kampfsport,art of fight
santo_chico
Viele westliche Schüler asiatischer Kampfsportarten werden, sofern sie sich eingehender mit den Wurzeln dieser Sportarten beschäftigt haben, auf Hinweise auf Bodhidharma gestoßen sein. In Japan ist er unter dem Namen "Daruma" bekannt. Dieser indische Mönch wird häufig als die Quelle aller Kampfsportvarianten bezeichnet, zumindest jedoch für diejenigen Stile, deren Wurzeln im legendären Shaolin-Tempel liegen. Allerdings wird die Frage seines Beitrags zu den Kampfkünsten und zum Zen-Buddhismus, ja sogar seine Existenz überhaupt, unter Historikern kontrovers diskutiert.
Wie die Legende berichtet, hat die Entwicklung des Karate vor mehr als 1000 Jahre begonnen, möglicherweise sogar bereits im 5. Jahrhundert v.Chr. als Bodhidharma von Indien kommend in China, im Shaolin-si ("Kleiner Waldtempel") eintraf. Er führte ein System von Übungen ein, die bestimmt waren, Körper und Geist zu stärken, was angeblich den Beginn des Tempelboxens markiert. Bodhidharmas Übungen wurden zur Grundlage der meisten chinesischen Kampfkünste. Tatsächlich jedoch liegen die Ursprünge des Karate weiterhin im Dunkeln, Klarheit kommt in die Geschichte des Karate erst mit seinem Erscheinen auf der heute japanischen Insel Okinawa.

Okinawa ist die Hauptinsel der Ryuku-Inselkette, die sich von Japan bis nach Taiwan erstreckt. Umgeben von Korallen, ist Okinawa 10 Kilometer breit und erstreckt sich über 110 Kilometer Länge. Die Insel liegt 740 Kilometer östlich vom Festland Chinas und 550 Kilometer südlich von Japan und 550 Kilometer nördlich von Taiwan. Da die Insel sich im Kreuzungsbereich wichtiger Handelsrouten befand, wurde sie zuerst von den Japanern als Handelszentrum geschätzt. Später entwickelte sich Okinawa zum Zentrum des Handels für Japan, China, Indochina, Thailand, Malaysia, Borneo und die Philippinen.

Zu Anfang war die als Karate bezeichnete Kampfkunst eine auf Okinawa entwickelte Form des Faustkampfes, die "Te" (Hand) genannt wurde. Den Einwohnern Okinawas war das Tragen von Waffen durch ihre Besatzer verboten. Sie verfeinerten daraufhin ihre Techniken des waffenlosen Kampfes, die im Geheimen an die Schüler weitergegeben wurden. Günstig wirkte sich auch der Einfluß anderer Kampfkünste aus, die von Adligen und reisenden Händlern auf der Insel eingeführt wurden. Die Kunst des Te entwickelte sich über die Jahre immer weiter, in erster Linie in den drei Inselstädten Shuri, Naha und Tomari. Jede einzelne dieser Städte stellte ein unterschiedliches Zentrum dar: König und Adel, Kaufleute und Händler, Bauern und Fischer. Aus diesem Grunde entwickelte sich in jeder Stadt eine andere Form der waffenlosen Selbstverteidigung, die nach ihrer Herkunft benannt wurden: Shuri-Te, Naha-Te und Tomari-Te. Eine Oberbezeichnung hierfür ist Okinawa-Te oder Tode (chinesische Hand). Allmählich bildeten sich im Karate zwei Hauptformen heraus: Shorin-ryu um die Städte Shuri und Tomari herum und Shorei-ryu in der Region von Naha. Es sollte jedoch betont werden, daß alle drei Städte nicht weit voneinander entfernt lagen und daß die Unterschiede in den Formen eher oberflächlicher Natur waren. Gichin Funakoshi sieht die Unterschiede zwischen den beiden Stilen darin, daß Shorin-ryu schnell und geradlinig war und mit dem natürlichen Atemrhythmus ausgeführt wurde, wohingegen Shorei-ryu aus runden Bewegungen bestand und die Atmung synchron mit jeder Bewegung geschah. Es ist interessant festzustellen, daß diese beiden unterschiedlichen Ausführungsweisen auch im Kung-Fu bestehen.

Das chinesische Zeichen im Wort Tode konnte auch als kara ausgesprochen werden, wobei Te ersetzt wurde durch Kara Te - Jutsu oder wie die Meister Okinawas sagten: Kunst chinesischer Hände. Diese Bezeichnung wurde später durch Gichin Funakoshi in Karate-Do geändert, der eine andere Bedeutung des Zeichens Kara verwendete, nämlich "leer". Von nun an bedeutete Karate "leere Hand". Do bedeutet "Weg" oder "Pfad".

Die erste öffentliche Darbietung des Karate fand im Jahre 1917 durch Gichin Funakoshi im Butoku-den in Kyoto statt. Diese und folgende Präsentationen begeisterten die Japanern einschließlich ihres damaligen Kronprinzen Hirohito. Im Jahr 1922 wurde Funakoshi durch Dr. Jano Kano, dem Gründer des modernen Judo, eingeladen, um Karate im berühmten Kodokan-Dojo vorzustellen und um die neue Kampfkunst in Japan zu lehren. Diese Förderung war wesentlich für die weitere Verbreitung des Karate in Japan. Ohne die Unterstützung eines so renommierten Meisters wie Kano, wäre Karate als "Bauernsport aus Okinawa" von den Japanern verachtet worden.

Heute gibt es im Wesentlichen vier Stilrichtungen des Karate: Goju-ryu, Shito-ryu, Shotokan und Wado-ryu:

Goju-ryu entwickelte sich aus dem Naha-Te heraus. Seine Popularität ist wesentlich auf Kanryo Higaonna (1835-1915) zurückzuführen, der ein Dojo in Naha eröffnet hatte und acht Formen aus China mitbrachte. Sein bester Schüler, Chojun Miyagi (1888-1953) gründete Goju-ryu, den harten-weichen-Weg im Jahre 1930. Goyu-ryu betont besonders die Kombination aus sanften kreisförmigen Abwehrblöcken, denen schnelle starke Gegenangriffe folgen.

Shito-ryu wurde im Jahre 1928 begründet durch Kenwa Mabuni (1889-1952), der gleichermaßen durch Naha-Te und Shuri-Te beeinflußt wurde. Der Name Shito wurde abgeleitet von den Schriftzeichen für die Namen von Mabunis Lehrern: Ankoh Itosu und Kanryo Higoanna. Shito-ryu-Schulen verwenden eine große Zahl an Katas (ca. 50). Der Stil ist charakterisiert durch eine starke Betonung von Kraft beim Ausführen der Techniken.

Shotokan wurde im Jahre 1938 in Tokio durch Gichin Funakoshi (1868-1957) begründet. Funakoshi wird heutzutage als Gründer des modernen Karate angesehen. Auf Okinawa geboren, begann er Karate zusammen mit Yasutsune Azato, einem großen Kampfkunstexperten Okinawas, zu studieren. 1921 führte Funakoshi Karate erstmals in Tokio ein. Im Jahre 1937, fast siebzigjährig, eröffnete er sein eigenes Übungszentrum. Dieses Dojo wurde Shotokan, nach dem Künstlernamen Funakoshis, mit dem er in seiner Jugendzeit Gedichte unterschrieb, genannt. Shotokan-Karate kennzeichnet sich aus durch geradlinige Techniken und tiefe Körperstellungen.

Wado-ryu, der "Weg der Harmonie", wurde 1939 durch Hienori Otsuka, einem Schüler Funakoshis, als ein System aus Karate und Ju-Jutsu entwickelt. Kennzeichnend für Wado-ryu ist die Kombination aus Grundbewegungen des Ju-Jutsu mit Ausweichbewegungen und die Betonung besonders weicher Bewegungen
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nord korea [Dec. 8th, 2004|11:59 am]
kampfsport,art of fight
santo_chico
Nord-Korea
Staatsname: Demokratische Volksrepublik Korea (Choson Minchu-chui Inmin Konghwa-guk)
Mitgliedschaften: UNO
Hauptstadt: Pjöngjang 2.355.000 Einwohner
Lage: 124°-131° östlicher Länge, 38°-43° nördlicher Breite
Fläche: 122.762 qkm
Wald: 74,4%, Agrar 20,3%, Wasser 0,1%, Sonstige 5,%
Klima (Durchschnittstemperatur, Niederschläge):
Pjöngjang Januar -8°C (15 mm) , Juli 24°C (236 mm)
Staatsform: KommunistischeVolksrepublik (seit 1948)
Einwohner: 25,5 Mio
Lebenserwartung: Männer 66 J (Welt 64 J), Frauen 72 J (Welt 68 J)
Städte: Pjöngjang 2.355.000 Einwohner, Hamhung 701.000, Chonjin 520.000, Nampo 370.000, Sunchon 356.000, Sinuijiu 330.000
Religionen: Volksreligionen 15,6%, Chondogyo 13,9%, Buddhisten 1,7%, Christen 0,9%, Konfessionslose 67,9%
Nationalitäten: Koreaner 99,8%, Chinesen 0,2%
Nach dem Waffenstillstand von 1953 trennt die Demarkationslinie entlang des 38. Breitengrades das Land von Süd-Korea. Das größtenteils gebirgige (bis 2.744 m hoch), warmgemäßigte und klimatisch relativ stark von der asiatischen Festlandsmasse beeinflusste Land weist nur hinter der stark gegliederten Westküste größere Ebenen und Tiefländer auf. Wald bedeckt über 70% der Fläche. Nord-Korea ist zwar noch immer weitgehend ein Agrarland (Anbau von vor allem Reis, ferner von Gerste, Hafer, Hirse, Roggen, Sojabohnen, Tabak, Mais und Baumwolle), doch wurde letzthin der Abbau der reichen Bodenschätze (Kohle, Eisen, Zink, Gold, Kupfer, Mangan, Wismut, Nickel, Wolfram, Blei, Silber, Phosphat und Graphit) und der Ausbau der Textil-, Leder-, Holz-, keramischen, chemischen und Metallindustrie sehr stark gefördert. Neben dem Bergbau liefern Metall-, Textil- chemische- und Maschinenindustrie die wichtigsten Exportgüter. Die Viehzucht und der Fischfang haben sehr große Bedeutung für den Inlandsbedarf. Sehr wertvoll sind die Holzvorräte der Wälder. Wesentlich für die Energieversorgung ist die Nutzung der reichen Wasserkräfte. Das Verkehrsnetz ist erweiterungsbedürftig. Haupthäfen sind Tschinnampho, Nadschin, Tschongdschin, Hungnam und Wonsan. Seit den 90er Jahren geht die Wirtschaftskraft Nord-Koreas jedoch jährlich um ca. 5% zurück. Die finanzielle und materielle Hilfe Chinas für das von Energieknappheit betroffene Land wurde im letzten Jahrzehnt zunehmend eingeschränkt. Kim II Sung hatte eine kommunistische Gesellschaft nach sowjetischem und chinesischem Vorbild errichtet, die gegen das Ausland abgeschirmt wurde. Die Bevölkerung verarmt zusehends, es herrscht Lebensmittel- und Energieknappheit. Arzneimittel sind unerschwinglich. Die Kindersterblichkeitsrate steigt. Erst im Jahre 2000 öffnete Kim Jong II das hermetisch abgeschirmte Land für einige wenige ausgesuchte Personen für Kurzbesuche von süd-koreanischen Verwandten.
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süd korea [Dec. 8th, 2004|11:58 am]
kampfsport,art of fight
santo_chico
Süd-Korea
Staatsname: Republik Korea (Taehan, Dähan minkuk)
Mitgliedschaften: UNO, APEC
Hauptstadt: Seoul 10,6 Mio Einwohner
Lage: 126°-132° östlicher Länge, 33°-38° nördlicher Breite
Fläche: 99.263 qkm
Wald: 65,6%, Agrar 22,5%, Wasser 0,3%, Sonstige 11,6%
Klima (Durchschnittstemperatur, Niederschläge):
Seoul Januar 2°C (25 mm) , Juli 24°C (248 mm)
Staatsform: präsidiale Republik (seit 1948)
Einwohner: 46,8 Mio
Lebenserwartung: Männer 67 J (Welt 64 J), Frauen 75 J (Welt 68 J)
Städte: Seoul: 10,6 Mio Einwohner, Pusan 3,8 Mio, Taegu 2,2, Mio, Inchon 1,8 Mio, Kwangju 1,1 Mio, Taejon 1,1 Mio
Religionen: Buddhisten 27,6%, Christen 24,3%, Konfuzianer 1,0%, Wonbulgyo 0,3%, Sonstige 0,8%, Konfessionslose 46,0%
Nationalitäten: Koreaner 99,9%, Sonstige 0,1%
Das Land ist durchschnittlich niedriger und weniger gebirgig, der Anteil des Ackerlandes ist höher als in Nord-Korea. Das Klima ist warmgemäßigt bis subtropisch und, vom Monsun bestimmt, im allgemeinen feuchter. Süd-Korea ist dicht besiedelt, der Anteil der Landwirtschaft geht zu Gunsten der Beschäftigten in der Industrie konstant zurück (Tigerstaat). Der Reisanbau ist weit verbreitet. Da zwei Ernten im Jahr möglich sind, werden weithin Gerste und Reis nacheinander angebaut. Außerdem werden Hirse, Weizen, Mais, Sojabohnen, Gemüse, Süßkartoffeln sowie Baumwolle, Tabak und Zuckerrohr geerntet. Der Wald nimmt 65,6% der Fläche ein und ist wirtschaftlich ebenfalls wertvoll. Gering ist die Bedeutung der Viehzucht und groß die der Fischerei. Wichtige Exportgüter des primären Sektors sind Fische und Holz. An Bodenschätzen ist Süd-Korea ärmer als der Norden. Hauptprodukte sind Wolfram, Kohle, Graphit, Eisen, Gold, Silber, Kupfer, Blei u.a. Die süd-koreanische Wirtschaftsleistung wuchs in den 90er Jahren mit jährlichen Raten zwischen 5 und 9%. Korea wurde zur Gruppe der sog. Kleinen Tigerstaaten in Südostasien gezählt, die auf dem Sprung zum Industriestaat sind. Das Eisenbahn- und Straßennetz ist relativ gut. Haupthäfen sind Intschhon als Hafen Seouls, Pusan und Kunsan.
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