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kampfsport,art of fight [entries|archive|friends|userinfo]
kampfsport,art of fight

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china [Dec. 8th, 2004|11:56 am]
kampfsport,art of fight
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Volksrepublik China
(Zhonghua Renmin Gonghe Guo)
Mitgliedschaften APEC, UNO
Hauptstadt Peking 5,8 Mio Einwohner
Lage 71°-135° östl. Länge
18°-53° nördl. Breite
Fläche 9.579.909 qkm
Agrar 43,3%
Wald 12,2%
Gebirge 33,0%
Wasser 2,8%
Klima (Peking) Temperarur / Niederschläge Jan. -5°C 4 mm
Juli 26°C 243 mm
Staatsform Sozialistische Volksrepublik seit 1949
Staatsoberhaupt Jiang Zemin (seit 1993) *1926
Einwohner 1993 1,18 Mrd
2000 1,30 Mrd
Lebenserwartung Männer 68 J (Welt 64 J)
Frauen 64 J (Welt 68 J)
Städte Shanghai 7,5 Mio
Peking 5,8 Mio
Tianjin 4,7 Mio
Shenyang 3,6 Mio
Wuhan 3,3 Mio
Guangzhou 2,9 Mio
Religionen Volksreligionen 20,1%
Buddhisten 6,0%
Moslems 2,4%
Christen 0,2%
Sonstige 0,1%
Konfessionslose 71,2%
Ethnische Gruppen Han-Chinesen 92,0%
Zhuang 1,4%
Hui 0,8%
Manjuren 0,8%
Miao 0,7%
Sonstige 4,3%
Der subkontinentgroße Raum Chinas ist äußerst vielfältig und kontrastreich in landschaftlicher und klimatischer Hinsicht. Er bricht vom innerasiatischen Hochland Tibet in mehreren steilen Bruchstufen zum Pazifik hin ab. Man kann vier große Landschaftseinheiten unterscheiden: Nordost-, Nordwest, Südwest- und Südostchina werden durch eine von Nordosten nach Südwesten, vom großen Khingan über den großen Bogen des Huang Ho zum Brahmaputra-Knie (wo der hier Tsangpo genannte Strom nach Süden biegt und nach Indien hineinströmt) verlaufende und eine von Westen nach Osten, vom Kunlun zum Tsin Ling verlaufende Grenzlinie getrennt. Die östlichen Landschaften werden von Mittelgebirgen und niedrigeren Hochgebirgen eingenommen, zwischen die große Becken und Tiefländer eingeschaltet sind, die von den Strömen Huang Ho, Yangtze Kiang und Si Kiang entwässert werden. Der Nordosten mit dem Becken des Huang Ho und der Mandschurei hat teilweise sehr fruchtbare Lössböden und ein sommerwarmes, winterkaltes und nicht sehr feuchtes Klima. Südlich des Tsin Ling (4.166 m) ist das Klima der fruchtbaren Schwemmlandebenen und der niedrigen Hügel- und Mittelgebirgsländer teilweise subtropisch warm und feucht. Der Nordwesten wird von oft sehr trockenen, äußerst kontinentalen, wüsten- oder steppenhaften Tafelhochländern in Sinkiang und der Inneren Mongolei eingenommen, die nur in Oasen am Fuß der Gebirge und in Flusstälern größere wirtschaftliche Möglichkeiten bieten, während dem Südwesten vor allem das Tibetische Hochland angehört. Es ist der durchschnittlich höchstgelegene und am dünnsten besiedelte Teil Chinas.
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wing tsung [Dec. 8th, 2004|11:55 am]
kampfsport,art of fight
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Wing Tsun ist ein alter chinesischer Boxstil, der ins Deutsche übersetzt "schöner Frühling" heißt. Der Legende nach soll dies der Name einer von zwei Frauen sein, die dieses Kampf- und Selbstverteidigungssystem aus ihren Erfahrungen im Training mit Mönchen des Shaolin-Klosters entwickelt haben sollen. Eine ihrer Erkenntnisse ist, dass bei Beherrschung von Techniken auf gleichem Niveau und bei gleicher Mentalität derjenige Kämpfende überlegen ist, der über die größere physische Kraft verfügt. Aus diesem Grunde wurden bei allen Kampfkünsten, die als Sport ausgeübt werden, die Staffelung in Gewichtsklassen eingeführt.

Um der Überlegenheit von größerer Körperkraft zu entgegnen, wurde unter dem Einfluss des Tao ein Selbstverteidigungssystem geschaffen, das dieses physische Ungleichgewicht ausschaltet.

Das System des Wing Tsun basiert auf nur 12 Grundbewegungen. Zugunsten einer höheren Effektivität und größerer eigener Sicherheit des Verteidigers werden geradlinige Bewegungen bei gleichzeitigem Verzicht auf artistische Techniken wie z.B. Tritte zum Kopf oder umständliche Drehtechniken bevorzugt. Gleichzeitig wird Wing Tsun daher für den Schüler leichter erlernbar und schneller erfolgversprechend beherrschbar. Ein weiteres Trainieren der Grundtechniken führt zu gesteigerter Präzision und Schnelligkeit.

Wing Tsun geht davon aus, dass der Verteidiger raumfüllenden schwungvollen Faustangriffen oder Halbkreistritten dadurch begegnet, dass er diesen in der Ausführung kurze gerade Konterangriffe in die offene Deckung entgegensetzt.





Die Vermittlung des Wing Tsun
Die Pyramide der Effektivität







1. Form: Siu-Nim-Tau

Siu-Nim-Tau bedeutet zu Deutsch "kleine" oder "junge Idee". Dem Schüler werden alle Standbewegungen vermittelt, die für den Kampf wichtig sind. In dieser Trainingsform werden gymnastische, Körper kräftigende und Grundtechniken des Wing Tsun miteinander verbunden.


2. Form: Cham-Kiu

Der Begriff Cham-Kiu kann mit "Brückensuche" übersetzt werden. In dieser zweiten Form beschäftigen sich die Schüler in erster Linie mit Beinarbeit, da der Gegner nicht statisch ist sondern sich ebenfalls bewegt. Desweiteren sollen im Cham-Kiu die Pläne des Gegners erkannt und zum eigenen Vorteil durchkreuzt werden.








Charakteristisch für das Wing Tsun ist, dass es auf bühnenreife Techniken verzichtet, die ballettartige Tritte zum Kopf des Gegners beinhalten sowie gesprungene Tritte oder Fauststöße um die gesamte Achse des eigenen Körpers, d.h. alle Techniken, die das eigene Gleichgewicht stören, werden bewusst nicht angewendet.

Die Techniken dieses Kampfstiles richten sich an den Bedürfnissen der Praxis aus, weswegen das Training sich auch nicht wie bei anderen Kampfkünsten an Prüfungsordnungen orientiert. Ebenso wird von Prüfungen und Graduierungen abgesehen.



Die Holzpuppe (Mak Jongg)

Häufiges Trainingsinstrument ist eine Holzpuppe mit mehreren, ein bis drei "Armen", an der sich Schlagkraft, Koordination, Präzision und Schnelligkeit effektiv trainieren lässt. Bekannt ist diese auch aus Hong-Kong-Action-Streifen. Auf das Holzpuppentraining sollte im Wing Tsun nach Möglichkeit nicht verzichtet werden.
Links abgebildete Variante kann bezogen werden von Lo Man Kam Wing Chun Kung Fu Association, Lo Man Kam Wing Chun Kung Fu Schule in Marburg.




Waffen im Wing Tsun

Im Wing Tsun werden lediglich zwei Waffen eingesetzt. Die eine ist das Schmetterlingsmesser mit einer Länge von 40 - 50 cm; die andere ist der Langstock, der bis zu 2,25 m Länge aufweisen kann.
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Entstehungsgeschichte des Tai Chi Chuan (Tai-Ji-Quan [Dec. 8th, 2004|11:54 am]
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)Entstehungsgeschichte des Tai Chi Chuan (Tai-Ji-Quan

Um die Entstehungsgeschichte des Tai Chi Chuan ranken sich verschiedene Legenden. Eine, wenn auch wenig glaubwürdige, ist die folgende:
Der alten taoistische Priester Zhang-Sang-Feng hatte auf dem heiligen Berg Wu-Dang einen Traum, in dem ihm der legendäre Kaiser Xuan-Wu erschien und ihm das Tai Chi Chuan vermittelte. Hiernach wäre Tai Chi Chuan ein Geschenk der Götter.

Wahrscheinlicher jedoch ist die Überlieferung, dass die Familie Chen aus der chinesischen Provinz He-Nan für die Entwicklung und Verbreitung des Tai Chi Chuan, das zu dieser Zeit noch andere Erscheinungsformen als heute aufwies, verantwortlich war.

Der Stil des Chang-Quan (langes Boxen) wurde nach dem chinesischen Fluss Chang-Jiang (Jangtsekiang) benannt, da er mit den endlosen gleichen Bewegungen des Flusses verglichen wurde. Der Chang-Quan-Stil besteht aus dreizehn Grundformen, weswegen es auch ganz einfach als "Dreizehn Formen" (Shi-Shan-Shi) bezeichnet wird.

Der Dreizehn-Formen-Stil besteht aus acht Grundhaltungen für die Hände und fünf Grundformen für die Körperhaltung. Dieser Stil weist große Ähnlichkeiten mit der Kampfkunst des Generals Qi-Ji-Guang (1528-1587 n.Chr.) zur Zeit der Ming-Dynastie auf. Der General entwickelte einen neuen Kampfstil, indem er aus den damals unter den Chinesen bestehenden sechzehn unterschiedlichen Boxschulen (Familien) die besten Formen auswählte, änderte oder miteinander verband. Seine Ergebnisse stellte er im Quan-Jing, dem Buch des Boxkampfs, dar. Man vermutet, dass das Tai Chi Chuan in starkem Maße durch den Stil Generals Qi-Ji-Guang beeinflusst wurde.

Die Eigenschaften dieses neuen Boxstils wurden durch den Kampfkunst-Meister Wang-Zong-Yue (1736-1795 n.Chr.) in seinem Buch Tai-Ji-Quan Lun (Abhandlung über das Tai-Ji-Quan) beschrieben. Bemerkenswert ist, dass er die Philosophie des Yin und Yang in eine enge Beziehung zu dem neuen Boxstil brachte. Gleichzeitig führte er auch erstmals den Namen des Tai Chi Chuan, auch Tai-Ji-Quan, ein. Der Zeitpunkt, zu dem die Familie Chen diese neue Bezeichnung erstmals übernahm, ist nicht überliefert. Es ist jedoch bekannt, dass sich die neue Kampfkunst Tai Chi Chuan ausgehend von der Provinz He-Nan ab dem Jahre 1850 schnell über ganz China verbreitet hat.

Im 19. Jahrhundert unterlag das Tai Chi Chuan einigen wesentlichen Veränderungen. Die kraftbetonten und explosiven Elemente wurden zu Gunsten von sanften und anmutigen Bewegungen herausgenommen. Das Resultat dessen ist die heutige Erscheinungsform des Tai Chi Chuan. Auf Grund seiner lockeren, weichen und runden Bewegungen war Tai Chi Chuan nicht mehr nur athletischen Sportlern vorbehalten, sondern konnte nunmehr auch von Kindern, Kranken und älteren Menschen praktiziert werden, was allmählich dazu führte, dass diese Kampfkunst auch wegen seiner gesundheitsfördernden Auswirkungen zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten angewandt wurde.
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kung fu [Dec. 8th, 2004|11:52 am]
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Fünf Tiere Hung Kuen Shaolin Kung Fu
Die in China praktizierten Kung Fu-Stile sind zahlreich. Man spricht von bis zu 600 verschiedenen Stilrichtungen, die sich jedoch verständlicherweise zum Teil nur geringfügig voneinander unterscheiden. Eine dieser 600 ist das Shaolin-Kung-Fu, das sich seinerseits in verschiedene Stile spaltet.
Das Shaolin-Kung-Fu lässt sich bei erster Betrachtung in nördliche und südliche Shaolin-Stile einteilen. Die nördlichen Stile sind erkennbar an den hohen Standtechniken und dem nahezu schon akrobatischen Einsatz der Fuß- und Beintechniken; die südlichen Stilrichtungen sind charakterisiert durch tiefe, stabile Standtechniken und dem großen Energieeinsatz in Hand- und Armtechniken. Aus diesem Grunde ist in China auch die Umschreibung zu finden: "Fäuste des Südens und Füße des Nordens."

Die Stilrichtung "Fünf Tiere Hung Kuen Shaolin Kung Fu" gehört zu den südlichen Stilrichtungen. Der Legende nach übten sich seit dem 2. Jh. v.Chr. chinesische Mönche eines Shaolin Klosters im daoistischen System der Fünf Tiere -Wuqinxi- nach Hua Tuo. Dieser Hua Tuo (190-265 n.Chr.) war ein chinesischer Arzt, der die Grundlagen für ein System der therapeutischen Gymnastik legte. Hierbei orientierte er sich an einem System aus Übungen aus dem 2. Jh.v.Chr., das sich die Bewegungen von Tieren zum Vorbild nahm, dem Wuqinxi. Vorbilder waren Kranich, Bär, Hirsch, Affe und Tiger. Das System nach Hua Tuo bildete die Grundlage für weitere therapeutische Übungssysteme, die von den Buddhisten und Daoisten zur Entwicklung des Chi, der inneren Energie oder Vitalkraft, verwendet wurde. Diese Übungen sind auch heute noch unter dem Namen Qigong bekannt.

Der heilende Aspekt der Übungen wurde in der Folgezeit im Shaolin Kloster zu Gunsten einer kämpferischen Entwicklung zurückgedrängt. Das Wuqingxi -(Fünf Tier)-System ist sowohl eine Weiterentwicklung aus dem Übungssystem nach Hua Tuo als auch nach den Übungen der "18 Händen der Buddha-Schüler", dem Shiba Lohan Chuan nach Bodhidharma, einem buddhistischen Wandermönch, der aus Indien nach China gelangte.

Das heute praktizierte Fünf Tiere Hung Kuen Shaolin Kung Fu orientiert sich an den Bewegungen von Leopard (Baoquan), Tiger ( Huxingquan), Drache (Longquan), Storch (Hokquan bzw. Hequan) und an denen der Schlange (Shequan).

Jedes dieser fünf Tiere steht symbolhaft für bestimmte Eigenschaften:

Dem Leoparden wird Schnelligkeit zugesagt, symbolisch stehen seine Bewegungen für die Stärkung der Muskeln
Der Tiger hat Kraft, er steht für die Kräftigung von Knochen und Gelenken.
Der Drache symbolisiert geistige Stärke; er steht für das Konzentrationsvermögen und die Ausbildung der Sehkraft.
Der Storch wird gleichbedeutend mit Flexibilität gesehen und steht für die Ausbildung der Sehnen.
Die Schlange als Symbol bildet die Atmung aus und fördert die Vitalkraft des Menschen, das Chi.

Gemeinsam ist allen Stilrichtungen das Bestreben, Körper und Geist in einem harmonischen Ganzen zu vereinigen, einen Ausgleich zwischen den polarisierenden Kräften des Yin und Yang zu schaffen.

Im Shaolin-Kung Fu wird nicht nur mit bloßen Händen gekämpft, sondern auch der Umgang mit Waffen geübt. Zu nennen sind hier in erster Linie Schwert, Wurfsterne, Lanzen, Hellebarden, Nadeln, Drei-Glieder-Stäbe und Nun-Cha-Ku's. Das Training mit den Waffen dient neben der Verlängerung der Arme im Kampf auch dem Einüben geschmeidigerer Bewegungen und der Stärkung von Muskeln und Sehnen.

Leopard Tiger Drache Storch Schlange
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bruce lee [Dec. 8th, 2004|11:51 am]
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Das Leben von Bruce Lee




Die Eltern von Bruce Lee lebten in Hong Kong. Sein Vater Lee Hoi Chuen arbeitete dort als Schauspieler an der Cantonese Opera Company. Im Jahre 1939 ging er mit seiner Frau Grace, seinem Sohn Peter sowie seinen beiden Töchtern Phoebe und Agnes aus Anlass einer USA-Tournee nach San Francisco. Dort wurde Bruce am 27. November 1940, im chinesischen Jahr des Drachen, als viertes von später insgesamt fünf Kindern geboren. Sein eigentlicher chinesischer Name lautet Lee Jun Fan. Als Bruce drei Monate alt war, kehrten seine Eltern nach Hong Kong zurück.

Bereits im Alter von 4 Jahren übernahm er zusammen mit seinen Schwestern Phoebe und Agnes kleinere Statistenrollen in chinesischen Kriegsspielen. Zwei Jahre später erhielt er von dem Direktor des letzten Films seines Vaters, der sehr von Bruce beeindruckt war, die Möglichkeit, eine kleine Rolle selbst zu spielen.


Bruce und Yip Man Die ersten Kampfkunsttechniken wurden Bruce durch seinen Vater, einem Meister des Tai Chi Chuan, beigebracht. Dieser schickte ihn auch seit er ein kleiner Junge war, in die Schule zum Wing Tsun Großmeister Yip Man. Bruce kämpfte jedoch nicht nur in der Schule. Häufig, was seinem Vater sehr missfiel, war Bruce in Straßenkämpfe verwickelt.

Bruce Lee war jedoch nicht nur ein guter Kung Fu-Kämpfer, sondern auch ein begnadeter Tänzer. Sowohl in seiner Heimat Hong Kong als auch später in den Vereinigten Staaten gewann er zahlreiche Tanzwettbewerbe. So war er u.a. auch Cha-Cha-Meister von Hong Kong.

Im Jahre 1959 als 19-jähriger zog Bruce Lee in die USA. Hier besuchte er die High School und anschließend das College. Während dieser Zeit hat er niemals seine Eltern um finanzielle Unterstützung gebeten. Bruce nahm an der Universität von Washington ein Philosophie-Studium auf, das er dadurch finanzierte, dass er nachts in einem Restaurant als Kellner arbeitete. Er merkte allerdings schon bald, dass das nicht sein Lebensstil war, kündigte seine Arbeit und begann Kung Fu zu unterrichten. Eine seiner Schülerinnen war Linda Emery, seine spätere Frau. Nach der Hochzeit am 17. August 1964 zog das junge Paar nach Oakland, Kalifornien, wo es zunächst bei James Lee, mit dem Bruce nicht verwandt ist, und seiner Familie wohnte.

Am 01. Februar 1965 kam Sohn Brandon zur Welt. Kurz darauf starb Bruce Vater Lee Hoi Chuen, zu dessen Beerdigung er nach Hong Kong flog. Damals war es noch Sitte, nach dem Aussteigen aus dem Flugzeug auf die Knie zu gehen, um den Heimatboden zu berühren. Bruce kniete sehr effektvoll nieder und weinte lauthals, wobei er seinen toten Vater um Verzeihung bat.

Während eines Turniers im Jahre 1964 in Long Beach fiel Bruce Lee durch sein Geschick und seine Schnelligkeit im Kampf auf. Dort wurde ein Filmteam, das eine Besetzung für eine Rolle in der TV-Serie "Charlie Chan" suchte, auf ihn aufmerksam und nahm ihn unter Vertrag. Die Besetzung wurde allerdings nie realisiert. .

Sein schauspielerisches Debut gab Bruce Lee im Jahre 1966 als Kato in der damals sehr beliebten Fortsetzungsserie "The Green Hornet", die ihn sehr bekannt machte. Nach Ablauf der TV-Serie nach einem Jahr merkte er, dass zu seinem Missfallen fernöstliche Passagen nur selten darin vorkamen. Bruce bekam eine kleine Rolle in dem Film "Marlow" mit James Garner; weiterhin wirkte er in einigen Episoden der TV-Serie "Longstreet" mit James Coburn mit. In dieser Serie fiel zum ersten Mal der Name "Jeet Kune Do" als Lees eigener Kampfstil.

1969 zog die Familie Lee nach Los Angeles, wo die Tochter Shannon geboren wurde.


The Green Hornet

Parallel zur Schauspielerei eröffnete Bruce Lee einige Sportschulen, in denen er seinen Stil des Jeet Kune Do unterrichtete. Sein Bekanntheitsgrad war durch "The Green Hornet" so groß, dass er bis zu 275 US $ für eine Unterrichtsstunde verlangen konnte. Zu seinen Schülern zählten u.a. auch James Coburn und Steve McQueen.

Bruce wartete eigentlich darauf, von Hollywood entdeckt zu werden, was allerdings nicht geschah. Enttäuscht begab er sich nach Hong Kong. Im Jahre 1969 wurde "The Green Hornet" schließlich in Hong Kong wiederholt, was ihm dort eine Fangemeinde von Millionen, die Kato als einen ihresgleichen aus Hong Kongs Mitte ansahen, bescherte. In seiner Heimat verglich er die Hong Kong Produktionen mit den amerikanischen Filmen und stellte schnell fest, dass die asiatischen einfacher und ursprünglicher waren. Der Hong Kong Film war wie für ihn geschaffen. Er begann, sich mit Kamera- und Beleuchtungstechniken, Redaktion und Produktion der Filmherstellung zu beschäftigen. Bruce Lee kam in Kontakt mit dem Filmproduzent Raymond Chow, dem Eigentümer der Golden Harvest Studios, der ihn einen Vertrag über 2 Filme unterschreiben ließ. 1971 wurde "The Big Boss" unter extremen klimatischen Bedingungen in einer thailändischen Kleinstadt gedreht. "The Big Boss" brach in Hong Kong sämtliche Kassenrekorde. Der zweite Film "The Fist of Fury" (1971) ließ ihn in der Gunst seiner Fans noch höher steigen. Schließlich gründete er in Kooperation mit Raymond Chow seine eigene Film-Produktionsgesellschaft, unter der "The Way of the Dragon" (1972) und "Enter the Dragon" (1973) gedreht wurden. Hier war Bruce Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor in einem.


Im Jahre 1972 begann Bruce Lee mit den Dreharbeiten zu dem Spielfilm "The Game of Death", die er jedoch unterbrach, um "Enter the Dragon" zu drehen. "The Game of Death" wurde erst 1978 fertiggestellt. Die Rolle Bruce Lees blieb hier allerdings auf 12 Minuten beschränkt, da er am 20.Juli 1973 in Hong Kong an einer durch eine allergische Reaktion auf ein Schmerzmittel ausgelöste Hinschwellung starb. Sein Sohn Brandon wurde 1993 bei den Dreharbeiten zu "The Crow" erschossen. Vater und Sohn liegen nebeneinander begraben auf dem "Lake View Cementary" in Seattle / Washington.
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china shaolin [Dec. 8th, 2004|11:50 am]
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170 Übungen dienten als Grundlage für Kampftechniken in dem Kloster der Shaolin Schule in China. Es heißt, dass es gar nicht so einfach war, im Shaolin Kloster seinen Abschluss als Meister zu machen. Ein Student konnte erst das Kloster verlassen, wenn er drei schwierige Tests bestanden hatte. Daher blieben viele Schüler 10 - 15 Jahre dort.




Der erste Test bestand aus einer strengen mündlichen Prüfung über Theorie und Geschichte der Kampfkunst.
Die zweite Prüfung war ein richtiger Kampf mit einer Reihe von geübten Mönchen. Wenn ein Student seine Sache gut machte, durfte er sich dem letzten Test unterziehen. Dieser war ein mörderischer Gang durch ein speziell konstruiertes Labyrinth, dessen einziger Ausgang das Haupttor des Tempels war. In diesem Labyrinth waren 108 mechanische Puppen verteilt, mit Holzfäusten, rasiermesserscharfen Spießen und Messern und einem ganzen Arsenal von speziellen chinesischen Waffen versehen. Während sich der Prüfling durch das Labyrinth bewegte, lösten die Planken, auf denen er ging, die Mechanik der Puppen aus. Die Puppen waren nach einem Zufallsmuster programmiert, so dass der Prüfling vorher nie wusste, ob er von einer oder mehreren Puppen oder von keiner angegriffen wurde.

Wenn der Student es schaffte, sich bis zum Tor durchzuschlagen, erwartete ihn da der Höhepunkt: Der Ausgang war durch eine 500 Pfund schwere glühend heiße Urne versperrt. Wenn er ins Freie gelangen wollte, musste der Prüfling seine Arme um die Urne schlagen und sie zur Seite hieven. Dabei wurden ihm von der Urne zwei Symbole in die Unterarme eingebrannt. Einen Drachen auf seinen rechten Arm und einen Tiger auf seinen linken Arm. Dadurch war er als Absolvent des Shaolin-Tempels gekennzeichnet und fortan wurde er mit äußerster Ehrerbietung und Hochachtung behandelt, wo immer er hinkam.

Dies ist die Harte Schule, sie hatte viele Stilvarianten. Die Weiche Schule, zu der auch das Tai Chi Chuan zählt, hat nur drei Grundstile. Die Weiche Schule wurde kurz nach dem Jahr 1000 n.Chr. gegründet. Ihre Übungen waren im wesentlichen "weich". Alle Stile haben eine gemeinsame Beziehung zur taoistischen Philosophie. Sehr beliebt war der langsame und anmutige Bewegungsstil und vor allem die Tatsache, dass sie besonderen Wert auf die Entfaltung des geheimnisvollen Chi oder Qi im Körper legten, eine Kraft, die den Kämpfer schützen soll.

Von allen chinesischen Übungssystemen bieten sie dem Zuschauer das schönste Bild, doch ganz bestimmt ist es besonders schwer, Tai Chi Chuan in seiner vollen Entfaltung zu beherrschen. Selbst nach jahrelangem Studium erreicht man erst die unterste Stufe. Wahre Meister dieser Kunst müssen diese Übungen nicht einmal mit dem Körper ausführen, um eine Heilwirkung zu erzielen, sondern versetzen sich in einen Zustand der Meditation, in dem sie dann im Geiste den Ablauf einer Form nachvollziehen.

Der bekannteste der drei Grundstile der Weichen Schule ist das Tai Chi Chuan, was soviel bedeutet wie "Große äußere Faust". Tai Chi, wie die Adepten diesen Stil nennen, stellt das höchste Ziel aller Übungs- und Kampftechniken dar. Jedes chinesische Übungssystem der Selbstverteidigung, so auch Ta Mos Gesundheitsprogramm, musste man in jenen turbulenten Zeiten beherrschen, als die chinesische Gesellschaft noch von Kriegsherren unterdrückt wurde. Auch Tai Chi gehört dazu. Von den Chinesen selbst wird es als eine Art Schattenboxen gehalten.
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escrima [Dec. 8th, 2004|11:48 am]
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Escrima


Man wird Escrima am ehesten gerecht, wenn man es einfach als einen Oberbegriff für alle philippinischen Kampfkünste mit Stock und Schwert sieht. Das Wort entstammt der spanischen Sprache, in der "la esgrima" das Fechten bezeichnet. Ebenso wie die philippinische Kultur von indischen, indonesischen, malaiischen und spanischen Elementen beeinflusst wurde, so ist auch Escrima unter diesen mannigfachen Einflüssen zu einer selbständigen philippinischen Kampfkunst gewachsen, die sich mit Sock- und Schwertfechten sowie auch der waffenlosen Selbstverteidigung beschäftigt.

Die ersten Europäer, die sich auf philippinischen Boden begaben, waren die Spanier unter Führung des portugiesischen Seefahrers und Eroberers Fernando Magellán. Magellán setzte zuerst Fuß auf die Insel Mactan auf den Zentralphilippinen, die er für die spanische Krone in Besitz nahm und weitete anschließend die Eroberung auf die umliegenden Inseln aus. Wie zu erwarten widersetzte sich die einheimische Bevölkerung dem Machtstreben der Kolonialisten und es kam am 27. April 1521 zur historischen Schlacht von Mactan. Unter Führung von Lapu Lapu gelang es der Inselbevölkerung den Spaniern eine empfindliche Niederlage beizufügen, Magellán verlor in den Kämpfen sein Leben.




Der italienische Chroniker Antonio Pigaffetta, der der Flotte Magellans angehörte, wusste über den unerwartet heftigen Widerstand der einheimischen Bevölkerung zu berichten, dass diese sich äußerst effektiv mit Stöcken, Schwertern, Speeren und Macheten mit geübten Techniken gegen das gut gerüstete spanische Heer zur Wehr setzte. Erst 50 Jahre später, 1565, kamen die spanischen Eroberer mit einem größeren Heer zurück und besiegten die einheimischen Filippinos durch zahlenmäßige Überlegenheit und durch den Einsatz überlegenerer Waffen wie Pistolen, Musketen und Kanonen. Die Spanier besetzten die Inseln nahezu 400 Jahre lang, anschließend folgte ab 1898 eine US-amerikanische und schließlich im Zweiten Weltkrieg eine japanische Besatzungszeit. Unter allen Besatzern war das Stock- und Schwertfechten offiziell verboten, es wurde jedoch im Geheimen von den Meistern an die Schüler ungebremst weitergegeben.




Im Gegensatz zu den z.B. japanischen Kampfkünsten und ähnlich dem Viet Vo Dao in Vietnam war Escrima niemals nur Sport oder Teil eines religiösen Rituals. Die Filipinos benutzen Escrima zur Selbstverteidigung und es wurde während der Besetzungen zu einer immer gefürchteteren Kampfkunst. Unter den amerikanischen Besatzern wanderten zahlreiche Filipinos nach Hawaii aus, von wo es sich allmählich unter sportlichen Aspekten zu verbreiten begann. Eine Kommerzialisierung setzte ca. Mitte der 60er Jahre ein, gleichzeitig verminderten sich jedoch aber auch die ursprünglich gefährlichen und gleichzeitig effektiven Techniken des Escrima. Es gibt derzeit nur noch wenige Escrima-Lehrer, die den ursprünglichen Stil beherrschen und weitergeben können.

Die Geschichte des Escrima ist eine blutige. Escrima gehörte zum täglichen Überlebenskampf der verarmten Bevölkerung und die Techniken wurden immer ausgefeilter und wirkungsvoller. Noch bis vor wenigen Jahrzehnten bekämpften sich Anhänger rivalisierender Escrimastile. Sie traten gegeneinander in sog. Herausforderungskämpfen an, die ohne Schutzkleidung und ohne Regeln ausgeführt wurden. Die Waffe der Escrima-Kämpfer war in der Regel ein ca. 60 cm langer Hartholzstab. Eine Entscheidung wurde bei diesen Herausforderungskämpfen nur dadurch herbeigeführt, indem ein Kämpfer aufgab oder kampfunfähig wurde.
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kämpfen und tanzen in eins capoeira [Dec. 8th, 2004|11:46 am]
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Capoeira

Capoeira ist eine Kampfkunst aus Brasilien, die ihren Ursprung in Afrika hat. Es ist eine Form zu kämpfen,
die von den aus Afrika nach Brasilien verschleppten Sklaven entwickelt wurde, um sich gegen die Misshandlungen der portugiesischen Sklavenhalter zu verteidigen. Die "Geburt" des Capoeira fand in den Senzalas statt, den Orten, an denen die Afrikaner eingepfercht wurden. Capoeira stellte gleichzeitig eine geheime Waffe der Afro-Brasilianer dar, die als Tanz "verkleidet" und von Musik begleitet wurde. Viele Leute sehen daher Capoeira nur als Tanz an, andere als Kampfkunst und wieder andere als Religion oder gar kulturelle Identität.

Die Beschreibung von Capoeira variiert daher auch von der Persönlichkeit der ausübenden Personen. Capoeira ist ein indianisch-brasilianisches Wort, das einen kleinen Vogel bezeichnet, bei denen das Männchen überaus eifersüchtig ist und wilde Kämpfe mit Rivalen veranstaltet. Capoeira verbindet Elemente von Tanz, Musik, Ritualen, Akrobatik und Kämpfen.






Der Roda

Zur Ausübung von Capoeira wird ein Kreis in den Sand geformt, der Roda. Es wird Musik gespielt und jeder Umherstehende singt und klatscht während zwei Kontrahenten in der Mitte agieren. Das Leitinstrument ist das Berimbau. Ebenso wird eine Trommel, die Atabaqe genannt wird gespielt sowie das Pandeiro, ein Tamburin. Das Berimbau ist ein einsaitiges bogenförmiges Instrument mit einem Klangkörper aus einer Frucht an dem einen Ende. Weitere Instrumente sind die Trommeln Agogo und Atabaqui.

Capoeira umfasst Maculele, mit Klingen aufgeführt, und Maracatu, mit Stöcken.

Während die Kontrahenten in der Roda stehen wird Musik gespielt und die Zuschauer singen.


Geschichte


Ebenso wie in den USA, so gab es auch in Brasilien Sklaverei. Die Sklaven waren gezwungen, auf Zuckerrohr- und Tabakplantagen zu arbeiten und die Nachfrage nach Sklaven war groß. Zurzeit der Sklaverei wurden mehr als zwei Millionen Sklaven aus Afrika nach Brasilien entführt. Sie stammten aus verschiedenen Regionen Afrikas und hatten demzufolge auch verschiedene kulturelle Hintergründe. Die Sklavenschiffe legten in drei Häfen an: Salvador, Recife und Rio de Janeiro.
Die Sklaven in Rio und Recife stammten aus unterschiedlichen ethnischen Gruppen, teilweise auch aus verfeindeten Stämmen, was es schwierig machte, eine Revolte zu organisieren. In Rio waren in erster Linie Sklaven von Bantu-Völkern während in Recife in erster Linie Schwarze aus West-Afrika waren. Als die Sklaven sich dessen bewusst wurden, dass ihre Situation unumkehrbar war und dass sie zur Sklavenarbeit gezwungen werden sollten, fingen sie an wegzulaufen.

In Recife rebellierte eine Gruppe von 40 Sklaven gegen ihre Sklavenhalter, brachten alle weißen Angestellten um, brannten die Plantagenhäuser nieder und entschieden sich an einen Ort zu fliehen, wo sie vor Sklavenjägern sicher waren. Ihr Ziel waren die Berge, ein Weg, für den sie mehrere Monate benötigten. Wären nicht Indianer gewesen, die ihnen halfen, hätten sie ihr Ziel womöglich nie erreicht. Schließlich erreichten sie einen Ort, der mit Palmen im Überfluss bestanden war und der aus diesem Grund Palmares genannt wurde. Hier wurde eine afrikanische Gemeinde errichtet, die über ein Jahrhundert Bestand hatte; dort wurde auch der erste Capoeira entwickelt.




Während niemand den enormen afrikanischen Einfluss auf Capoeira bestreiten kann, ist jedoch nichts über erste Formen von Capoeira in Afrika bekannt. Alles was darüber geschrieben wurde, ist reine Spekulation. Die älteste historische Aufzeichnung über Capoeira datiert aus dem Jahre 1770, lange nach den Anfängen der Sklaverei. Bis in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts folgten keine Aufzeichnungen mehr, erst danach in Form verschiedener Polizeiberichte aus Rio de Janeiro.



PALMARES

Im Laufe der Jahre wurden verstreute Siedlungen in den Bergen errichtet, die größte war Palmares mit 20.000 Einwohnern, die auch einige Weiße und Indianer beherbergte. Hier fügten sich Angehörige von Stämmen, die in Afrika verfeindet ware, zusammen um für ihr gemeinsames Ziel zu kämpfen. Eine neue Gemeinschaft bildete sich hier heraus mit einer reichen kulturellen Mischung. Auf diese Weise flossen verschiedene Tänze, Rituale, Religionen und Spiele zusammen. Palmares wuchs schnel heran durch immer mehr flüchtige Sklaven, was schließlich die portugiesischen Kolonisten zu beunruhigen begann. Die Einwohner von Palmares kamen von den Bergen herab um mit eigenen Erzeugnissen, Früchten und Tierhäuten zu handeln. Teilweise überfielen sie Plantagen und befreiten die dortigen Sklaven. Die Stadt begann einen nicht geringen Einfluss auf die Plantagen auszuüben, da immer mehr Sklaven flohen und auf diese Weise die Arbeitskräfte für die Plantagen zu schwinden begannen.

Was die Situation für die Portugiesen noch verschlimmerte, war, dass die Holländer 1630 nach Brasilien eindrangen. Die Sklaven machten sich diese Situation zu Nutze, flohen mit Hilfe der Einwohner von Palmares von den Plantagen und halfen mit, die portugiesischen Streitkräfte zu bekämpfen, die sich nun einem Zweifrontenkrieg gegenüber sahen. Die Niederländer gewannen zwar den Krieg, die Afrikaner jedoch hörten nie auf zu kämpfen. Im Jahre 1644 stellten die Niederländer ein Expeditionskorps zusammen um nach Palmares zu marschieren, ein Vorhaben, das nie vollendet wurde. In den folgenden Jahren wurde ein zweites Korps aufgestellt, was in die Berge marschieren sollte, die Mission jedoch scheiterte.

Man muss hervorheben, dass diese Expeditionen von erfahrenen und gut bewaffneten Soldaten zusammengestellt wurden. Die Afrikaner jedoch entwickelten einen "Dschungelkrieg" bzw. einen Kampf aus dem Hinterhalt.
Capoeira war hierbei das Schlüsselelement bei den unerwarteten Angriffen. Mit schnellen und trickreichen Angriffen konnten die Afrikaner den Holländern beträchtlichen Schaden zufügen. Capoeira wurde so zu ihrer Waffe und zum Symbol ihrer Freiheit.

Wenn eine Expedition erfolgreich war, wurden die Sklaven auf die Plantagen zurückgebracht, wo sie anfingen Capoeira zu lehren. Der Sonntag war Ruhetag und dann wurde Capoeira praktiziert. In ihren Unterkünften änderte sich die Art und Weise der Ausübung von Capoeira schon sehr bald. Musik, Gesang, Tanz und andere Rituale wurden hinzugefügt, um zu verbergen, dass eigentlich eine Kampfkunst praktiziert wurde.

In 25 Jahren erfuhren die Kolonien elf Rebellionen, die schließlich in der Abschaffung der Sklaverei am 13. Mai 1888 ihren Höhepunkt fanden.

Nach der Abschaffung der Sklaverei kehrten einige Sklaven nach Afrika zurück, die Mehrheit jedoch blieb in Brasilien. Da die Plantagenbesitzer kein weiteres Interesse an ihnen hatten, zogen viele in die Städte weiter, wo sich allmählich Elensquartiere "Favelas" herausbildeten. Es gab keine Möglichkeiten der Beschäftigung mehr für sie und viele organisierten sich in kriminellen Gangs. Andere, wenn auch nur wenige, konten auf Grund ihrer Kenntnisse von Capoeira als Leibwächter von Politikern arbeiten. Alle wurden jedoch von der Regierung als "Plage" angesehen.

Die Hauptaktivitäten der Capoeiristas bestand darin, das politische Leben in Unordnung zu bringen. In den 1890ern waren einige hochstehende Persönlichkeiten der brasilianischen Gesellschaft Capoeiristas. Dies bedeutete eine Bedrohung für die Regierung, woraufhin der Präsident eine spezielle Polieitruppe zusammenstellte, um die Lage zu kontrollieren. Als sich dies als ineffektiv herausstellte, wurde ein rigoroses Strafgesetz erlassen. In Kapitel B dieses Gesetzes waren zehn Artikel alleine den Praktiken und Techniken sowie den Capoeira-bezogenen Verbrechen gewidmet. Ein späteres noch strengeres Gesetz bestimmte, dass jedem, der alsCapoeirista bekannt war, die Staatsangehörigkeit entzogen wurde. Um dieses Gesetz durchzusetzen, heuerte der Präsident einen Mann namens Sampaio an, der als der skrupelloseste Polizeichef in die Geschichte Brasiliens einging. Er war entschlossen, Capoeira auszulöschen. .

Was interessant ist, ist die Tatsache, dass Sampaio selbst ein ausgezeichneter Capoeirista war und als Schrecken der Gangs galt.
Sampaios Polizeitruppe erlernte Capoeira, damit sie ihren Gegner mit eigenen Mitteln schlagen konnte. Wären die Capoeiristas in ihrem Widerstand nicht so hartnäckig gewesen und hätten sie nicht auf die Unterstützung einiger einflussreicher Personen zählen können, so wäre Sampaio möglicherweise erfolgreich gewesen.

Ein einzelner Zwischenfall setzte Sampaios Verfolgung der Capoeiristas ein jähes Ende. Er nahm einen Mann namens Juca, einen Angehörigen des niederen Adels wegen Ausübung von Capoeira fest und forderte, dass dieser ausgewiesen würde. Dies jedoch hatte eine Regierungskrise für das Kabinett des Präsidenten zur Folge, da Jucas Vater ein sehr bekannter Mann war und die Unterstützung vieler Politiker genoss.

Der Präsident berief ein Sondertreffen des Kabinetts ein und nach achtzehn Tagen traten zwei Kabinettsmitglieder zurück und Juca wurde ausgewiesen. Nach diesem Ereignis war eine Änderung in der Haltung der Capoeirista zu erwarten. Die Regierungsopposition schuf eine ausschließlich aus Capoeiristas bestehende schwarze Miliz, die Angst und Schrecken in der Hauptstadt verbreitete, um den Präsidenten zu stürzen. Die Polizei war machtlos gegen diesen Gegner und gerade als die Situation für die Polizei aussichtslos wurde, begann der Krieg zwischen Brasilien und Paraguay. Die schwarze Miliz wurde an die Front geschickt und aus den "outlaws", den Gesetzlosen, wurden Nationalhelden. Auf diese Weise begann für Capoeira ein neues Kapitel in der Geschichte Brasiliens.
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thai boxing [Dec. 8th, 2004|11:45 am]
kampfsport,art of fight
santo_chico
Geschichte des Thai-Boxens (Muay-Thai)
Die Ursprünge des Volkes der Thai sind im Südwesten Chinas zu finden. Ab dem 9. Jahrhundert n.Chr. begannen sie gruppenweise in das Gebiet des heutigen Nordwest-Thailands zu ziehen. Diese Völkerwanderung hielt bis ins 13. Jh. n.Chr. an und stellte keinen plötzlichen und gewaltsamen Eroberungszug dar. Man vermutet, dass bereits zu dieser Zeit Muay-Thai in seiner Urform entstand, aus dem Bedürfnis heraus, sich zu verteidigen. Im Jahre 1220 fand ein Aufstand von zwei Thai-Prinzen statt, der schließlich zur Vertreibung der bis dahin in Sukhotai ansässigen Khmer führte. Im Jahre 1238 schließlich bestieg der sagenumwobene Indratitya den Thron und wurde zum ersten Herrscher über Sukhotai.
Unter den Nachfolgern von Indratitya vollzog sich die Gründung des ersten Thai-Großreiches, das sich ungefähr mit dem heutigen Thailand deckt. Eine weitere Ausdehnung in Richtung Laos und Burma fand unter dem dritten König der Sukhotai-Dynastie, Rham Khamheng, statt. Um das Reich zu verteidigen rief der Herscher gute Muay-Thai-Meister aus allen Landesteilen zusammen, die ein effektives Kampfsystem entwickeln und die Soldaten ausbilden sollten.

Im Jahre 1350 wurde das Königreich Ayuthaya mit seiner gleichnamigen Hauptstadt von dem Fürsten U Thong, auch Rama Thiboldi I genannt, gegründet. Die bis dahin zu Sukhotai gehörenden Provinzen wurden bis 1438 vollständig von dem Königreich einverleibt. Die Bedrohung durch Birma im Westen war allgegenwärtig, Ayuthaya widersetzte sich diesem Hegemonialstreben bis zum Jahre 1569. Es wurden einige Stimmen laut, die behaupten, dass, wenn es kein Muay-Thai gegeben hätte, das Königreich sich nicht so lange hätte wehren können und es heute kein Thailand gäbe. Die Hauptstadt Ayuthaya wurde 1569 von den birmanischen Kriegern eingenommen und das Königreich wurde zur birmanischen Provinz. Als König wurde ein willfähriger Vasall mit Namen Mahathamaratcha eingesetzt.

Sein Sohn, der thailändische Prinz Narasuen der Große, der aus birmanesischer Geiselhaft entfloh, wurde zum Retter des Landes. Es gelang ihm in mehreren Feldzügen die Birmanesen zu vertreiben und er folgte seinem Vater im Jahre 1590 auf den Thron. In einem Zweikampf, später als der Sieg von Nong Saray bezeichnet, besiegt er schließlich auch den Thronfolger Birmas, was den Abzug der Birmanesen zur Folge hatte. Berichte über diesen Kampf erwähnen zum ersten Mal namentlich Muay Thai.

Bis ins 17. Jahrhundert hinein herrschte Wohlstand und Frieden im Lande. Der Handel mit Europa nahm seinen Anfang. Er wurde jedoch durch den König Phra Phetraja (1688-1703) auf Grund von angeblich immer neuen Differenzen zwischen den Handelsparteien unterbunden; die Europäer wurden des Landes verwiesen.

Der nachfolgende König, Phra Chao Sua, auch König Tiger genannt, wurde berühmt durch seinen Kenntnisse des Muay-Thai und seine zahlreichen Vergleichskämpfe. Bekannt wurde er schließlich auch durch sein ausschweifendes Leben, das letztendlich Ursache für seinen Tod im Jahre 1709 war.

Im Jahre 1767 eroberte Birma erneut Ayuthaya, das zu einer der blühensten Städte des Fernen Ostens seinerzeit war. Die Stadt wurde jedoch vollständig zerstört und niedergebrannt. In Flammen gingen leider auch die damaligen Archive auf, so dass die meisten Aufzeichnungen über die Geschichte Thailands und die des Muay Thai verloren gingen.

Einem Unterbefehlshaber der Thai mit Namen Phaya Tak (Taksin) gelang es jedoch, dem Zugriff der Birmanen zu entkommen. Er fügte die versprengten Truppenteile der Thai zusammen und begann mit der Rückeroberung des Landes. Bis zum Jahre 1769 ist es ihm gelungen, Thailand in den Grenzen der Ayuthaya-Zeit wiederzuvereinen; Regierungssitz wurde die Stadt Thonburi. Im Jahre 1781 allerdings wurde Taksin, der zwischenzeitlich dem Wahnsinn verfallen war, durch seinen Offizier Phraya Chakri abgelöst und 1782 hingerichtet. Phraya Chakri bestieg nun als Rama I. den Thron und verlegte Hauptstadt und Regierungssitz nach Bangkok, wo die Chakri-Dynastie bis heute das Königreich Thailand regiert.

Im Wesentlichen verdankt Thailand seine Unabhängigkeit gegenüber dem britischen und französischen Kolonialisierungsdrang den Chakri-Herrschern König Mongkut (Rama IV.) und König Chulalongkorn (Rama V.). Diesen beiden Königen gelang es auch, ein starkes Nationalbewusstsein in der Bevölkerung zu bilden, das bis heute unter den Thailändern in Bezug auf die Unabhängigkeit ihres Landes, der Traditionen und der Kultur anhält. Konzentrationspunkt des Nationalbewusstseins ist der König, der auch in heutiger Zeit (König Bhumipol als Rama IX.) den Respekt aller Thai genießt. In der Sprache der Thailänder heißt ihr Land Muang Thai, gleichbedeutend mit Land der Thai oder Land der Freien ist. Der Name Thailand wurde erstmals 1939 als offizielle Landesbezeichnung für das bis dahin von den Europäern als Siam bezeichnete Land verwendet.

Die Geschichte Thailands ist von dem Streben nach Freiheit und Unabhängigkeit geprägt. Der Kampfsport Muay Thai verlor zu Lasten modernerer Verteidigungsformen und fortentwickelter Waffen während des 19. und 20. Jahrhunderts immer mehr an Bedeutung, jedoch ist er für das Selbstbewusstsein der Thai nach wie vor von großer Bedeutung.

Muay-Thai, das nach dem Zweiten Weltkrieg nach Einführung fester Regeln immer mehr an Bedeutung gewann, wird stets als Vollkontakt-Kampfsport ausgeführt. Es entstand eine Vielzahl an einzelnen unabhängigen Verbänden, die stets miteinander im Streit lagen. Diese Streitigkeiten fanden erst ein Ende, als die Regierung 1995 den World Muay Thai Council (WMTC) gründete. Weltweit unterstehen nun alle Muay-Thai-Verbände dem WMTC, der berechtigt ist, Verbote und Zulassungen auszusprechen. Der erste offizielle Titelkampf wurde unter den Champions der beiden größten Stadien -Lumpini und Rajadamnern- am 26.06.1995 ausgetragen.

Die Kämpfer des Muay-Thai, die heute in den Stadien des Landes kämpfen, entstammen meist armen Familien vom Lande. Sie versuchen bereits sehr früh mit Kämpfen innerhalb des Dorfes etwas Geld zu verdienen. Die Erfolgreichen unter ihnen werden häufig in Kampf-Camps übernommen, wo sie weiter geschult werden, um auf nächsthöherer Ebene, den Provinzen, zu kämpfen. Einige werden auch an die Kampfbörse nach Bangkok vermittelt. Der Erlös im Falle eines Sieges wird nach ausgehandelten Sätzen zwischen Kämpfer und Promoter aufgeteilt. Der Kämpfer bezahlt hieraus auch seinen Trainer. Um eine Profikarriere zu beginnen, müssen sich die Athleten einer besonders rigiden Lebensführung unterziehen und Vielem entsagen.

In jüngster Zeit ist Muay-Thai (oder auch Thai-Boxen) immer wieder als "Draufhau-Sport" ins Gerede gekommen. Dies liegt sicherlich auch daran, dass dieser Sport nur in der Vollkontakt-Variante ausgeübt wird und auch Knie- und Ellbogentechniken, in Europa jedoch nicht zum Kopf, enthält.

Kampfkleidung bzw. Ausrüstung:

Mundschutz

Boxbandagen

Boxhandschuhe (8 Unzen oder 16 Unzen)

Kurze Hose

Tiefschutz

Kampfzeit:

D-Klasse 2 x 2 min.

C-Klasse 3 x 2 min.

B-Klasse 5 x 2 min.

A-Klasse 5 x 3 min.

Kampfregeln:

Erlaubte Techniken:

Knie- und Ellbogentechniken (in Europa nicht zum Kopf)

Alle Tritttechniken mit dem Fuß oder dem Schienbein

Alle Fausttechniken, der Handrückenschlag

Das festhalten des gegnerischen Beins mit sofortiger Folgetechnik

Clinchen

Nicht erlaubte Techniken:

Kopfstöße

imes,Times NewRoman"> Nachschlagen wenn der Gegner am Boden liegt

Schlag- und Tritttechniken gegen den Hinterkopf
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koreanische kampfkünste [Dec. 8th, 2004|11:43 am]
kampfsport,art of fight
santo_chico
Schon zu Urzeiten war der Mensch gezwungen, sich gegen wilde Tiere und gegen andere eindringende Sippen zu erwehren. In Ost- und Südostasien wurden dabei schon früh aus dem bloßen Kämpfen hochentwickelte Kampfkünste entwickelt, die sich im Laufe der Zeit immer weiter fortentwickelten.
Der Legende nach entstand während der Regentschaft des 24. Silla Königs Chin Hung im Jahre 632 n.Chr. eine Jugendorganisation, die sich Hwarang (sprich Farang), zu Deutsch "Blume der Jugend", nannte. Zu dieser Zeit bestand Korea aus drei Königreichen, Silla, Päktsche und Koguryo sowie dem Imna-Fürstentum.

Hwarang hatte neun Ideale: Humanität, Gerechtigkeit, Dankbarkeit, Weisheit, Vertrauen, Güte, Loyalität, Tugend und Mut.

Zu den Idealen gesellten sich drei Grundregeln: Weisheit (Me Ji), Menschlichkeit (In) und Mut (Yong).

König Chin Hung setzte es sich zum Ziel, die drei Königreiche Silla, Päktsche und Koguryo zu einem Reich zu vereinen. Hierzu benötigte er eine Armee, die von gut ausgebildeten Offizieren geführt wurde. Diese Notwendigkeit stellte auch den Grund dar, dass sich ähnlich der Samurai in Japan in der Hwarang-Jugendorganisation eine Ritter-Kaste herausbildete. Die Ausbildung der Mitglieder bestand neben dem Erlernen religiöser Riten und dem Studium des Buddhismus auch aus dem Einüben der Kung-Jung-Mu-Sul-Techniken, der königlich kriegerischen Kampftechniken. Es bildeten sich schon damals Techniken heraus, die auf hohem kämpferischem Niveau standen und den heutigen koreanischen Kampfkünsten sehr ähnlich waren. Das Vorhaben Chin Hungs endete schließlich erfolgreich; mit Hilfe der Hwarang, geführt von dem General Kim Yoo Shin und chinesischen Verbündeten, gelang es ihm, die drei Königreiche zu einem Reich , Groß-Silla, zu vereinen. Im Jahre 660 n.Chr. unterlag Päktsche und im Jahre 668 n.Chr. wurde schließlich Koguryo bezwungen.

In den darauffolgenden Jahrhunderten widmeten sich die Koreaner mit unterschiedlicher Intensität den Kampfkünsten. In Folge der Besetzung Koreas durch die Japaner in 1910 wurde die Ausübung von Kampfkünsten verboten, was jedoch nicht verhindern konnte, dass sie im Geheimen weiterhin gepflegt wurde. Nach der Niederlage der Japaner im Zweiten Weltkrieg und dem Abzug der japanischen Truppen wurde Korea im Geheimabkommen zu Jalta 1948 entlang des 38sten Breitengrades nördlicher Breite geteilt. Von 1950-1953 führten Nord- und Südkorea Krieg gegeneinander. Die ideologischen Gegensätze zwischen beiden Staaten, Kommunismus in Nord-Korea (Demokratische Volksrepublik/Choson) und die Westorientierung Süd-Koreas (Republik Korea/Tähan) verfestigten die Teilung. Das totale Ausreiseverbot für die Nord-Koreaner ist auch Grund dafür, dass bisher nur süd-koreanische Kampfsportarten in der Welt Verbreitung fanden.
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